News

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Im Gästebuch geblättert

Zwischen den Jahren haben wir einmal das Gästebuch des Hands-on-Museums zur Hand genommen. Hier ein paar Impressionen:  







Das turmdersinne-Team freut sich über die positiven Eindrücke der Besucherinnen und Besucher des Turms und startet erwartungsvoll ins neue Jahr 2016, vollgepackt mit spannenden Aktionen und Ausstellungen. Einen Vorgeschmack auf die neue Sonderausstellung ab 15.Januar 2016 gibt es hier.

Samstag, 26. Dezember 2015

Weihnachtsferien im Hands-on-Museum

turmdersinne-Maskottchen Heiner feiert Weihnachten - die kleinen und großen Besucher im Turm feiern mit.

Morgen, am 27. Dezember 2015, beginnt das Weihnachtsferien-Programm im Hands-on-Museum. Für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren hat das Team wieder eine spannende Rätselaktion vorbereitet und unter dem Motto "Besinnliche Weihnachten" viele Fragen und Experimente für die jungen Besucher zusammengetragen. Wer mitmacht, kann bei einer Verlosung einen tollen Preis zum Erleben, Staunen und Be-greifen gewinnen!

Als weiteres Highlight bietet der turmdersinne im Rahmen der Aktion "Winter in Nürnberg" drei Führungen an:

Anmeldung erforderlich: in den Ferien nur telefonisch: 0911 / 99288715.

Öffnungszeiten in den Weihnachtsferien: Das Hands-on-Museum ist am  31. Dezember 2015 und 1. Januar 2016 geschlossen. An allen anderen Ferientagen (27. Dezember 2015 bis 6. Januar 2016) täglich (auch montags) von 11-17 Uhr geöffnet.

Samstag, 19. Dezember 2015

Wenn zwei am gleichen Strang ziehen


Zwei Versuchspersonen im Experiment: Sie können sich weder sehen noch hören - Kooperation funktioniert nur über das Seil.


Mit anderen zusammenarbeiten ohne Kontakt zum Kooperationspartner: Vieles spricht dafür, dass solche Szenarien im Berufsleben immer häufiger vorkommen. Wie eine Zusammenarbeit unter diesen Bedingungen funktionieren kann, haben nun Forscher der Abteilung Wahrnehmung, Kognition und Handlung am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen erforscht. Der Leiter der Abteilung, Prof. Heinrich Bülthoff,  ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des turmdersinne und war Referent beim Symposium turmdersinne 2007. 

Der Versuchsaufbau war denkbar einfach. Jeweils zwei Probanden waren durch ein Seil verbunden (siehe Abb. oben). Sie konnten einander weder sehen noch hören, sollten aber zusammen eine Aufgabe am Computer erledigen. Allerdings gelangten nicht beide gleichzeitig an ihre Tastatur, weil das Seil zu kurz war (siehe Abb. unten). Sie mussten ihre Bewegungen also gut koordinieren - ohne sich vorher abzusprechen.


Experimentaufbau: Die Probanden müssen eine gemeinsame Aufgabe ausführen.



Trotz dieser Einschränkung klappte die Zusammenarbeit bei vielen Teams. In vielen Fällen wechselten sich die beiden Teilnehmer bei der Computeraufgabe ab. Warum, das erklärten sie bei einer anschließenden Befragung: Sie nahmen einfach an, dass der Partner sich ebenso verhalten würde wie sie selbst.

Allein aus dem Seilzug leiteten die Teilenhmer sogar Vermutungen über Geschlecht und Größe ihres unsichtbares Gegenüber ab. Faire Partner wurden nicht nur als kooperativ, sondern auch als weiblich und klein eingeschätzt. Wer dagegen auf den eigenen Vorteil bedacht war, wurde eher als egoistisch, männlich und größer wahrgenommen.

Selbst aus extrem eingeschränkten Informationen ziehen wir also Schlüsse über die Persönlichkeit unserer Partner. Dong-Seon Chang, von dem die Idee zum Versuch stammt, sieht in Forschungen auf diesem Gebiet ein bedeutendes Zukunfspotenzial:
Zu verstehen, wie Menschen sich ohne Worte und Sichtkontakt am besten koordinieren, wäre eine wichtige Erkenntnis, um Mensch-Maschine-Interaktionen zu verbessern.


Zum Weiterlesen:
Dong-Seon Chang, Franziska Burger, Heinrich H Bülthoff and Stephan de la Rosa; The Perception of Cooperativeness Without Any Visual or Auditory Communication; i-Perception December 2015


Text: Inge Hüsgen
Abbildungen: Dong-Seon Chang / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen

Sonntag, 6. Dezember 2015

Drei Geschenk-Tipps

Na, noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen? Hier ein paar Anregungen:

Auch in diesem Jahr bieten wir wieder den beliebten Gutschein für einen Besuch im Hands-on-Museum turmdersinne an. Bestellen Sie bis 16. Dezember, und Ihr Gutschein erreicht Sie sicher rechtzeitig zum Fest - übrigens portofrei, E-Mail genügt. Preis: 7 Euro pro Gutschein (ermäßigt. 5 Euro), Familiengutschein 17,- Euro. 

Möchten Sie lieber Tickets für unsere beliebten Veranstaltungreihen "Von Sinnen" und "Außer Sinnen" verschenken? Wenn Sie bis 31. Dezember dieses Jahres Karten für eine der beiden Reihen buchen, schenkt Ihnen der turmdersinne als Dankeschön eine Freikarte fürs Hands-on-Museum dazu. Bei Anmeldung für beide Reihen gibt es eine kostenlose Familienkarte.
Um die Freikarten zu erhalten, schicken Sie uns Ihre Anmeldebestätigung per Post (Büro turmdersinne, Spittlertorgraben 45, 90429 Nürnberg) oder als E-Mail-Attachment. Bitte geben Sie Ihre Postanschrift an!

Oder darf es etwas zum Schmökern sein? Unter dem Titel "Das soziale Gehirn" befassten sich auf dem Symposium turmdersinne 2014 renommierte Forscherinnen und Forscher verschiedener Fachrichtunegen mit dem Beziehungsorgan in unserem Kopf.  Nun liegen die Vorträge in einem Band zum Nachlesen vor.

Helmut Fink, Rainer Rosenzweig (Hrsg.)
Das soziale Gehirn
Neurowissenschaft und menschliche Bindung
Mentis 2015, € 29,80

Mit Beiträgen von Elisabeth André, Sonja Entringer und Christine Heim, Olga M. Klimecki, Daria Knoch und Bastian Schiller, Albert Newen und Kai Vogeley, Sabina Pauen, Josef H. Reichholf, Manfred Spitzer, Eckart Voland, Thea Zander und Kirsten Volz. 
Das Buch ist beim Verlag erhältlich.

Mittwoch, 25. November 2015

Fotoshooting im Hands-on-Museum

Im Ames-Raum werden Riesen zu Zwergen...

...und umgekehrt.

An der Schmeck-Station.
Einen ganzen Tag lang lichtete der Nürnberger Fotograf Jürgen Schabel Exponate und Besucher im Hands-on-Museum ab. Die Bilder werden demnächst in einer Publikation über den Turm veröffentlicht.

Der turmdersinne dankt dem Creative Service Jam für die freundliche Unterstützung.   

Fotos: Jürgen Schabel

Dienstag, 17. November 2015

Geist im Turm: Noch Plätze frei!



Übermorgen, 19.11.2015, ist UNESCO-Welttag der Philosophie. Aus diesem Anlass lädt auch in diesem Jahr der turmdersinne alle Neugierigen zum Philosophieren ins "Oberstübchen", das Dachgeschoss des historischen Stadtturms ein.

Helmut Fink, Referent für Wissenschaft und Philosophie beim turmdersinne, freut sich dieses Mal auf ein Gespräch mit  Dr. Rudolf Kötter zum hema Philosophie und Naturwissenschaft. Dazu Helmut Fink:
Thematisch steht am UNESCO-Welttag der Philosophie die Wissenschaftstheorie des 20. Jahrhunderts im Mittelpunkt, wobei die Besonderheiten der Physik, der Biologie und der Ingenieurwissenschaften beleuchtet und verglichen werden. Von den Methoden und Grenzen dieser Wissenschaften ausgehend kann nach einer zeitgemäßen Naturphilosophie gefragt werden. Aber auch Probleme der Ethik im wissenschaftlichen Zeitalter sind Gegenstand des Gesprächs. [Info auf der turmdersinne-Website.]
Der Philosoph und Volkswirt Rudolf Kötter war bis vor kurzem als Leitender akademischer Direktor Geschäftsführer des Zentralinstituts für Angewandte Ethik und Wissenschaftskommunikation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie sowie Angewandte Ethik, insbesondere Bio- und Wirtschaftsethik.


19.11.2015, 19.30 Uhr
Geist im Turm:
Helmut Fink im Gespräch mit Dr. Rudolf Kötter
Eintritt: € 8,- / erm. € 6,-
Begrenzte Teilenhmerzahl, Anmeldung empfohlen:
Tel. 0911 / 944 32 81 oder info@turmdersinne.de.

Sonntag, 1. November 2015

Herbstferien im Hands-on-Museum






Endlich Herbstferien! Für all kleinen und großen Neugierigen hat das turmdersinne-Team spannende Aktionen vorbereitet.
  • "Die Raupe ist los" heißt die Rätselaktion für Kinder zwischen 6 und 12 Jahren: Die kleine Raupe "Sinnisatt" hat im Hands-on-Museum ein großes Durcheinander angerichtet. Wer mithilft, wieder Ordnung zu schaffen, kann einen kleinen Preis zum Staunen und Experimentieren gewinnen!  
  • Samstag, 07.11.2015, 16 bis 18 Uhr: Gedächtnisführung für Erwachsene und Kinder ab 12 Jahren. Anmeldung erforderlich.
  • Sonntag, 08.11.2015, 11.15 -13.15 Uhr: Familien-Erlebnis-Tour für Kinder ab 10 Jahren und für Erwachsene. Anmeldung erforderlich.
Das Hands-on-Museum turmdersinne ist bis 8. November täglich (auch am Montag, 02.11.2015) von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Symposium 2015: Nachlese




Fast 700 Besucher lockte das Symposium turmdersinne 2015 vom 9. bis 11. Oktober in die Stadthalle Fürth. Auf dem Programm stand ein Thema, das in jüngster Zeit erschreckend an Aktualität gewonnen hat. "Gehirne zwischen Liebe und Krieg", unter dieser Überschrift diskutierten renommierte Expertinnen und Experten verschiedener Fächer über "Menschlichkeit im Zeitalter der Neurowissenschaften".

Die Grundfragen liegen auf der Hand: Was wissen wir heute über die neuronalen Grundlagen von kooperativem und aggressivem Verhalten? Und wie lassen sich diese Erkenntnisse zur Entschärfung von Konfikten nutzen?

Politische Relevanz war bereits im Einführungsvortrag des Psychologen und Ethologen Prof. Norbert Bischof angelegt, der Parallelen zwischen Weltentstehungsmythen und der individuellen frühkindlichen Entwicklung  zog. Demnach ließen sich Links- und Rechtsextremismus durch jeweils unterschiedliche Störungen der Ich-Entwicklung erklären. Mit diesem spannenden Gedankenexperiment warf Bischof neue Fragen auf und lieferte spannende Diskussionsanstöße. Nachzulesen ist die These in Bischofs Buch "Das Kraftfeld der Mythen", das leider nur noch antiquarisch oder über Bibliotheken erhältlich ist.

Prof. Norbert Bischof
Am Samstag ging es zunächst um die neurobiologischen Grundlagen der Liebe (Andreas Bartels), die Abwehr von Gefahren (Prof. Guillén Fernández) und um das Verzeihen (Dr. Angela Merkl). Akademisch wurde es im Vortrag des Philosophen Prof. Dieter Birnbacher, der in den Erkenntnissen der Neurowissenschaften Thesen wiederentdeckte, die in der Philosophie bereits seit langem diskutiert würden.

Die Vortrage boten reichlich Stoff für angeregte Pausengespräche.

Ein ganz konkretes Phänomen stellte Dr. Hannes Rusch ins Zentrum seiner Betrachtungen: zwischen Aufopferungsbereitschaft für die eigenen Leute und Aggression gegenüber Fremden. In weiteren Beiträgen ging es um Therapiekonzepte für Jugendliche mit erhöhter Aggression (Prof. Svenja Taubner),  um Freundschaft und Krieg bei nichtmenschlichen Primaten (Dr. Roman Wittig) und um das Konzept des persönlichen Raumes bei Borderline-Patientinnen (Prof. Anne Schienle).

Guter Jahrgang: Ein 2014er Roséwein, exklusiv abgefüllt für den turmdersinne

Der lange Veranstaltungstag endete nach einer Weinprobe beim "Come together" mit einem Filmabend: Auf dem Programm stand die Doku "Das radikal Böse", die mit Spielszenen und Originaldokumenten eindringlich in das Denken und Fühlen der jungen Männer einführt, die bei den Massererschießungen im Osteuropa der früher 1940er zu Tätern wurden. Ergänzend stellt der Film bahnbrechende psychologische Experimente zu Gruppendruck, Gehorsam und Selbstrechtfertigung vor. 

Den Abschlusstag des Symposiums eröffnete ein Vortrag von Prof. Gerhard Roth, der die aktuellen neurowissenschaftlichen Erkentnisse auf ihren Nutzen für die Psychotherapie abklopfte. Über die Suche nach einem Ausweg aus dem Teufelskreis von Demütigung und Aggression berichtete anschließend Dr. Evelin Lindner, die 2015 für den Friedensnobelpreis nominiert war. Dass wir die evolutionären Voraussetzungen für ein friedliches Miteinander mitbringen, ist der Philosoph Dr. Michael Schmidt-Salomon überzeugt. Sei Vortrag zeigte denn auch, wie sich die Kluft zwischen der Liebe zu den "eigenen Leuten" und dem Hass auf "die anderen" überwinden lässt: indem wir den Kreis der Unsrigen immer weiter ausdehnen - auf die ganze Menschheit und darüber hinaus.

Podiumsdiskussion mit Gerhard Roth, Norbert Bischof, Moderator Helmut Fink, Evelin Lindner, Michael Schmidt-Salomon (v. l.)

Die Frage, wie sich Menschlichkeit in der Zukunft gestalten lässt, war denn auch Thema der abschließenden Podiumsdiskussion (siehe Foto). Dabei äußerten vor allem Evelin Lindner und Michael Schmidt-Salomon verhaltene Hoffnung auf ein friedliches Miteinander. Eine Utopie? Vielleicht. In jedem Fall wird jeder Einzelne diese Zukunft mitgestalten.

Die Vortragsfolien der Referenten finden Sie hier.

Übrigens: Die Beiträge des Symposium turmdersinne 2015 erscheinen demnächst zusammengefasst in Buchform. Die Symposiumsbände der vergangenen Jahre finden Sie hier.

Das nächste Symposium turmdersinne wird sich vom 30. September bis 2. Oktober 2016 mit Motivation und Frustration aus Sicht der Hirnforschung befassen. Aktuelle Informationen finden Sie hier.

Text: Inge Hüsgen 
Fotos: Karin Becker im Auftrag des turmdersinne


 Zum Weiterlesen:

Montag, 19. Oktober 2015

TV-Tipp: turmdersinne-Geschäftsführer Rosenzweig bei X:enius

Das  Penrose-Dreieck, die kurios-verblüffende Gummihand-Täuschung und viele andere lllusionen stellt turmdersinne-Geschäftsführer Dr. Rainer Rosenzweig am morgigen Dienstag, 20.10.2015, im Wissensmagazin  "X:enius" vor. Die Sendung ist von 17 bis 17.30 Uhr auf ARTE zu sehen und danach noch eine Woche online hier.
Aus der Ankündigung:
Wie fit ist unser Gehirn? - Sehen, hören, riechen, schmecken und fühlen: Unser Gehirn verarbeitet ständig Sinneseindrücke - und vollbringt dabei enorme Leistungen. Aber wie fit ist unser Gehirn wirklich? Wie nutzen wir es optimal, und können wir unsere grauen Zellen tatsächlich trainieren? Rätseln, knobeln, kombinieren - Deutsche und Franzosen lieben kniffligen Denksport. Aber funktioniert Gehirn-Jogging mit Sudoku & Co.? Und können wir unserem Kopf mit Traubenzucker und Nüssen wirklich auf die Sprünge helfen? Sicher ist: Unser Gehirn lernt nie aus - auch im Alter nicht! Durch neue Herausforderungen halten wir es fit, zum Beispiel beim Senioren-Karate. Doch obwohl unser Gehirn so leistungsfähig ist, lässt es sich manchmal auch täuschen: Wie ist es möglich, dass eine Person scheinbar durch ein Objekt hindurchgeht? Und warum empfinden wir Schmerzen, die einer Plastikhand zugefügt werden? Darüber sprechen die "X:enius"-Moderatoren Dörthe Eickelberg und Pierre Girard im Erlebnismuseum Phaeno in Wolfsburg mit einem Wahrnehmungspsychologen - und erfahren am eigenen Leib, wie uns das Gehirn in die Irre führen kann ...
 Link zur genannten Sendung auf ARTE.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Was #The Dress mit dem Gehirn macht

Weiß-Gold oder Blau-Schwarz? Seit  #TheDress in Frühjahr für hitzige Diskussionen in den sozialen Netzwerken sorgte, fasziniert das (Original-)Kleid (siehe Bild) auch die Besucher im Hands-on-Museum.

#TheDress imTurm

Für die Wahrnehmungsforschung birgt die Robe die einzigartige Gelegenheit, dem Dresscode des Gehirns auf die Spur zu kommen. So konnten die Neurowissenschaftlerinnen Lara Schlaffke, Lauren Haag und Anne Golisch vom Bochumer Universitätsklinikum Bergmannsheil zeigen, dass je nach Farbeindruck des Kleides unterschiedliche Hirnareale aktiv sind. 
„Dieses Ergebnis erweitert unser Wissen über illusionäre Verarbeitungsprozesse im Gehirn, 
so ihr Fazit.

Der Clou: Das aufsehenderregende tumblr-Originalbild des Kleides wirkt auf manche Betrachter weiß-gold, auf andere blau-schwarz. Wir haben es also mit der ersten visuellen Täuschung zu tun, die ohne willentliche Manipulation genau zwei spontane Wahrnehmungsvariationen liefert, so die Forscherinnen.  

Für ihren Versuch zogen sie Probanden heran, die das Kleid entweder gold-weiß oder schwarz-blau sahen. Während sie im Kernspintomografen lagen, zeigten ihnen die Forscher ein Bild des Kleides. Zur Kontrolle betrachteten die Versuchspersonen Farbflächen mit den gleichen Farbeigenschaften wie auf dem  Kleiderfoto. Ihre Aufgabe: die Benennung der Farben. Bei den Farbfeldern ergaben sich keine Unterschiede zwischen den "Gold-Weiß"- und den "Blau-Schwarz"-Sehern, auch die Hirnaktivierung folgte bei beiden Gruppen den gleichen Mustern.

Anders bei den Hirnscans, die während der Betrachtung des Kleides entstanden waren:

Alle Probanden, die das Kleid weiß-gold wahrnahmen, zeigten zusätzliche Aktivierungen vor allem in frontal und parietal gelegenen Hirnarealen, 
so die Ruhr-Universität Bochum. Und weiter:
Frontale Regionen sind besonders bei höheren kognitiven Leistungen involviert wie Aufmerksamkeitsausrichtung und Entscheidungsfindung, während parietale Areale visuelle Informationen aus dem Okzipitallappen verarbeiten.
Auf weitere Forschungsergebnisse dürfen wir gespannt sein!

Inge Hüsgen

Übrigens: Sie können das Original-Kleid aus dem turmdersinne anmieten! Weitere Infos gibt´s hier.

Zum Weiterlesen:

Dienstag, 6. Oktober 2015

Symposium 2015: Der Countdown läuft

Nur noch wenige Tage, dann packen wir das Laptop ein, und auf geht's nach Fürth zum Symposium turmdersinne 2015! In den letzten Wochen haben wir mit spannenden Referentenpersönlichkeiten geplaudert (hier und hier) sowie Bücher (hier, hier und hier) und einen Film vorgestellt.

Dabei zeigte sich vor allem eins: Zuneigung und Aggression gehören beide zu unserem evolutionären Erbe. Die aktuellen Forschungen haben neue Erkenntnisse erbracht, werfen jedoch zugleich auch neue Fragen auf, die unser Selbstverständnis als Menschen herausfordern. Also reichlich Stoff für angeregte Diskussionen mit unseren Referentinnen und Referenten. 

Seien Sie dabei! Bis einschließlich morgen, Mittwoch, 7.10.2015, können Sie ihr Ticket bequem online bestellen, danach gibt es noch vor Ort Restkarten an der Tagungskasse. Dort sind auch Abschnittskarten erhältlich, die Preise finden Sie ab 8.10.2015 hier.

Wir sehen uns in Fürth!

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015

 Zum Weiterlesen:

Freitag, 2. Oktober 2015

Symposium 2015: Zukunft der Menschlichkeit - Menschlichkeit der Zukunft

Ein langes Wochenende, angefüllt mit Denkanstößen über unsere edelsten und schrecklichsten Emotionen steht uns mit dem Symposium turmdersinne vom 9. bis 11. Oktober ins Haus. Wie in den vergangenen Jahren wird auch diesmal eine abschließene Podiumsdiskussion zentrale Aspekte der Diskussion bündeln und neue Perspektiven eröffnen. 

Als Teilnehmer konnten die Organsiatoren vier Persönlichkeiten gewinnen, die auch jeweils mit Einzelvorträgen vertreten sind:
  • den Psychologen und Ethologen Prof. Norbert Bischof, der dem Wirken des Mythos in Ideologien und Utopien nachspürt und dabei den Ursprüngen von radikalem politischen Denken auf die Spur kommt;
  • die Medizinerin und Psychologin Dr. Evelin Lindner, die das Spannungsfeld zwischen Demütigung und Liebe erforscht hat und sich für ein respektvolless Miteinander engagiert;
  • den Verhaltensphysiologen Prof. Gerhard Roth, Experte für den Zusammenang von frühkindlicher Gehirnentwicklung, psychischen Störungen und Straftaten;
  • und Dr. Michael Schmidt-Salomon, der als Philosoph und Buchautor Hoffnung auf das Potenzial für ein friedliches Zusammenleben macht.
Einführung und Moderation werden von Helmut Fink übernommen.

Sonntag, 11. Oktober 2015, 11:45-13:00 Uhr
Podiumsgespräch
Zukunft der Menschlichkeit - Menschlichkeit der Zukunft (mehr)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015

 Zum Weiterlesen:

Dienstag, 29. September 2015

Symposium 2015: Michael Schmidt-Salomon


Foto: Andreas Schütt

Dr. Michael Schmidt-Salomon, geboren 1967 und bekannt als Philosoph, Autor und Vorstandsprecher der Giordano Bruno Stiftung, versteht sich als evolutionärer Humanist. Also als einer, der das Wesen des Menschen aus seiner evolutionären Geschichte heraus erklärt, und der überzeugt ist, dass es auf der Welt "mit rechten Dingen zugeht", ohne die Einwirkung von Göttern und Dämonen.

Kann es in solch einer Welt überhaupt so etws wie Moral geben? Obgleich Vertreter organisierten Religionen dies vehement verneinen, spricht  alles dafür, dass die Menschheit zum Entwicklung moralischer Werte weder einen (subjektiven) Glauben noch einen (objektiven) Gott benötigt. Weshalb, das erklärt Schmidt-Salomon in seiner aktuellen Buchveröffentlichung, die wir in der vergangenen Woche vorgestellt haben.

Der Band ist der jüngste einer ganzen Reihe von Veröffentlichungen, in denen der prominente Philosoph Schmidt-Salomon ein naturalistisches Weltbild entwirft. Darüber hinaus ist er bekannt aus Diskussionen in TV und Radio. Auch beim Sympsoium wird er nicht nur mit einem Vortrag (s.u.), sondern auch in der abschließenden Podiumsdiskussion vertreten sein.


Symposium turmdersinne 2015
Sonntag, 11. Oktober 2015, 11:00-11:45 Uhr
Nächstenliebe und Fernstenhass
Lässt sich der moralische Dualismus überwinden? (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:

Mittwoch, 23. September 2015

Symposium 2015: Hoffnung Mensch



Gewaltsame Konflikte haben unsere Evolution entscheidend geprägt, die Geschichte zeigt, wie aus unaffälligen Menschen Massenmörder werden; und heute kennen wir den Teufelskreis von frühkindlichen Gewalterfahrungen und eigener Täterschaft. Eine Bestandsaufnahme, die den vielztieren "Glauben an die Menschheit" ins Wanken bringt.

Aber halt! Unsere Spezies hat mehr drauf als Blutvergießen und (Selbt-)Zerstörung, ist der Philosoph, Schriftsteller und gbs-Vorstandssprecher Dr. Michael Schmidt-Salomon überzeugt. Sein aktuelles Buch trägt denn auch den optimistischen Titel "Hoffnung Mensch".

Die biologische und kulturelle Entwicklung unserer Spezies zeigt, dass wir das Potenzial haben, immer besser, immer "humaner" zu werden,
 schreibt er im Vorwort. Und seine Vision ist eine säkular-humanistische:

Die Natur hat uns ganz besondere Talente in die Wiege gelegt, auch wenn wir es bisher nur selten verstanden haben, diese Talente sinnvoll zu nutzen. Doch wenn dies geschah, kam es zu jenen wunderbaren Momenten, in denen die Natur sich gewissermaßen selbst überschritt. "Mutter Natur" war dies freilich völlig schnuppe - uns aber sollte es keinesfalls egal sein: Immerhin hat die Evolution Jahrmilliarden gebraucht, um ein Wesen hervorzubringen, das in der Lage ist, den evolutionären Prozesse zu durchschauen. Schon allein deshalb wäre es schade um uns. 
Bleibt die Frage, wie es uns gelingt, das Spannungsfeld zwischen Empathie gegenüber den eigenen Leuten und Feindseligkeit gegenüber Fremden zu überwinden. Eine Antwort stellt Schmidt-Salomon beim Symposium turmdersinne zur Diskussion.

Symposium turmdersinne 2015
Sonntag, 11. Oktober 2015, 11:00-11:45 Uhr
Nächstenliebe und Fernstenhass
Lässt sich der moralische Dualismus überwinden? (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:

Samstag, 19. September 2015

Symposium 2015: Friedensnobelpreis für Referentin Evelin Lindner?



Wenn am Freitag, 9. Oktober wenige Stunden vor Beginn des turmdersinne-Symposiums der Friedensnobelpreisträger 2015 bekanntgegeben wird, könnte der Name von Symposiums-Referentin Evelin Lindner fallen. Die promovierte Medizinerin und Psychologin wurde als Gründungspräsidentin von Human Dignity and Humiliation Studies nominiert, einem weltweiten transdisziplinären Netzwerk von Wissenschaftlern und Praktikern mit dem Ziel, Menschenwürde zu fördern und Demütigung zu verringern. Ein Interview mit Evelin Lindner finden Sie hier.

Teil des Netzwerks ist die „World Dignity University“,die sich als Gemeinschaft von Lehrenden unterschiedlicher Disziplinen versteht. Eine "Universität" ohne Gebäude und institutionellen Überbau, wie Lindner erklärt:

Unser Ziel ist es, starre Strukturen zu überwinden und zur Idee der universitas scolarium zurückzukehren: Lehrende kommen zusammen im Geist der akademischen Freiheit und Menschenwürde. Wir wollen etwas bewegen, und wir laden dazu ein, an dieser Bewegung teilzuhaben.
Mehr über dieses ambitionierte Projekt erfahren Sie bei Evelin Lindners Vortrag auf dem Sympsiom turmdersinne 2015.
 

Symposium turmdersinne 2015
Sonntag, 11. Oktober 2015, 09:45-10:30
Von Demütigung zu Terror und Krieg
Erniedrigung kann zu Gewalt führen, kann sie auch zu Liebe führen? (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:

Donnerstag, 10. September 2015

Symposium 2015: Das Potenzial für „Nie wieder Krieg“


Interview mit Dr. Evelin Lindner, Referentin beim Symposium turmdersinne 2015.

Die Medizinerin und Psychologin Evelin Lindner hat gemeinsam mit anderen engagierten Persönlichkeiten zwei Institutionen ins Leben gerufen, die zur Stärkung der Menschenwürde und zur Verringerung von Demütigung weltweit beitragen sollen, die World Dignity University Initiative, die ein Teil des transdisziplinäre Netzwerks Human Dignity and Humiliation Studies (HumanDHS) ist. Als Gründungspräsidentin des Netzwerks ist Evelin Lindner für den Friedensnobelpreis 2015 nominiert, auf dem Symposium turmdersinne wird sie am 11. Oktober 2015 über ihre Forschungen und Aktivitäten berichten. Inge Hüsgen hat sich mit ihr unterhalten.

Inge Hüsgen: Sie haben sich bereits in Ihrer Doktorarbeit mit der Rolle von Demütigungen in politischen Konflikten befasst. 

Evelin Lindner: Genau, in meiner Doktorarbeit habe ich mich aus sozialpsychologischer Sicht mit dem Gefühl der Erniedrigung beschäftigt, indem ich die Situation in Ruanda und Somalia mit Hitlerdeutschland verglich. Bekanntlich war es Ziel des Versailler Vertrags nach dem 1. Weltkrieg, Deutschland bewusst zu demütigen, um es ungefährlich zu machen. In meiner Arbeit untersuchte ich, welche Rolle Demütigungen bei den Konflikten in Afrika spielten.

Gibt es auch Parallelen zu Ihrer eigenen Biografie?

Meine Eltern stammen aus Schlesien und aufgrund ihrer Flucht- und Kriegserfahrungen stand für mich schon früh fest, dass es nie wieder Krieg und Völkermord geben darf. Nun lebe ich seit 40 Jahren global, bin auf allen Kontinenten zuhause. Und gehe der Frage nach: Gibt es ein Potenzial für das „Nie wieder“?

Wie hat dieser globale Lebensstil Ihre Position in dieser Frage verändert?

Er trägt entscheidend dazu bei, ein Gefühl für die Menschheit insgesamt auszubilden. Solange man noch eine Wohnung als „Stützpunkt“ besitzt, stellt sich dieses Gefühl schwerer ein, auch nicht durch viele Reisen.

Sie sind Mitbegründerin des Netzwerks HumanDHS. Wie ist es dazu gekommen?

Das war während der Arbeit an meiner Promotion. Ich suchte Literatur – und musste feststellen, dass es diese Literatur nicht gab. Gleichzeitig bekam ich Kontakt zu Linda Hartling, der heutigen Direktorin der HumanDHS. Das globale transdisziplinäre Netzwerk wurde 2001 als Idee geboren, derzeit engagieren sich dort ehrenamtlich bis zu 1000 Akademiker und Aktivisten.

„Erniedrigung kann zu Gewalt führen“, heißt es im Untertitel Ihres Vortrags, und weiter: „Kann sie auch zu Liebe führen?“ Wie lautet Ihre Antwort? 
 
Das englische Wort humiliation, auf Deutsch: Demütigung, hat im Laufe der Zeit seine Bedeutung geändert. In einem englischen Wörterbuch des 18. Jahrhunderts bedeutete es noch: jemandem seinen rechtmäßigen Platz zuweisen. Wenn Gott oder ein Herrscher seine Untergebenen demütigte, tat er ihnen damit etwas Gutes und es wurde erwartet, dass sie ihn dafür liebten. Erst später hat der Begriff die heutige, negative Bedeutung angenommen.
 
Da spiegelt sich also ein grundsätzlicher gesellschaftlicher Wandel wider?

Genau. Heute geht es uns darum, aus der Erfahrung von Demütigung – unrechter, menschenrechtsverletztender Natur – Liebe zu entwickeln. Wir kennen viele Beispiele aus der Geschichte, in denen genau das nicht passiert ist, und reagieren mit Empörung auf solche Fälle. Doch oft sind wir selbst gar nicht so weit davon entfernt – etwa, wenn wir im Laden T-Shirts zum Ramschpreis kaufen und dabei die Augen vor dem Leid der Näherinnen in Bangladesh verschließen. Es liegt an uns, durch die Demütigung anderer unsere globale Verantwortung zu erkennen und sie in Liebe zu übersetzen.


Symposium turmdersinne 2015
Sonntag, 11. Oktober 2015, 09:45-10:30
Von Demütigung zu Terror und Krieg
Erniedrigung kann zu Gewalt führen, kann sie auch zu Liebe führen? (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:



Freitag, 4. September 2015

Symposium 2015: Krankes Gehirn - kranke Seele?


"Wie das Gehirn die Seele macht", erklärt Gerhard Roth in seinem aktuellen Buch, auf das wir in der letzten Woche hingewiesen haben. Was aber, wenn das Gehirn erkrankt, wenn es im Laufe seiner Entwicklung oder durch einen Unfall geschädigt wird? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt seines Vortrags beim Symposium turmdersinne 2015.
Die Mehrzahl der psychischen Erkrankungen einschließlich Persönlichkeitsstörungen und gewalttätigen, antisozialen Verhaltens und Psychopathie geht auf eine Kombination genetisch-epigenetischer Vorbelastungen und teils vorgeburtliche, teils früh nachgeburtliche Störungen des Stressverarbeitungs-, Selbstberuhigungs- und Bindungssystems zurück, die durch positive oder negative spätere Erfahrungen verstärkt oder abgeschwächt werden, 
so der Professor für Verhaltensphysiologie am Zentrum für Kognitionswissenschaften der Uni Bremen. Doch eine Psychotherapie kann in vielen Fällen helfen. Doch welche Faktoren machen eine wirksame Psychotherapie aus? Auch auf diese Frage wird Roth eingehen.

Übrigens: In diesem Jahr ist Gerhard Roth bereits zum dritten Mal als Referent bei einem Sympsoium turmdersinne dabei.

2011 legte er eindrucksvoll dar, wie sehr die Handlungen von Straftätern durch neurobiologische und psychologische Faktoren bestimmt werden, und plädierte auf dieser Basis dafür, das alte Modell von Schuld und Sühne durch Hilfsangebote und Therapien für die Betroffenen zu ersetzen.

Und beim Symposium 2009 erläuterte Roth, inwieweit Intelligenz und Kreativität angeboren sind und in welchem Rahmen sie sich durch Erziehung und Übung verändern lassen.


Symposium turmdersinne 2015
Prof. Gerhard Roth
Sonntag, 11. Oktober 2015, 09:00-09:45 Uhr
Krankes Gehirn – kranke Seele?
Neurobiologische Grundlagen psychischer Erkrankungen und ihrer Therapie (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015

 Zum Weiterlesen:

Freitag, 28. August 2015

Symposium 2015: Wie das Gehirn die Seele macht

Die Seele: Kaum ein Begriff ist enger mit dem verbunden, was das typisch Menschliche ausmacht. Gleichzeitig erscheint kaum ein Begriff so diffus: Die Seele, was soll das sein?

Der prominente Hirnforscher Gerhard Roth, Professor für Verhaltensphysiologie am Zentrum für Kognitionswissenschaften der Uni Bremen und  Referent beim Symposium turmdersinne 2015, erklärt in diesem Buch gemeinsam mit der promovierten Neurobiologin Nicole Strüber, wie das Gehirn unsere Gefühlswelt und unser Ich formt.

Letztlich geht der Band auf der Arbeit des 1997 gegründeten Hanse-Wissenschaftskollegs in Delmenhorst zurück, das sich dem transdisziplinären Dialog zwischen Neurobiologen, Psychologen, Psychiatern, Psychotherapeuten und Philosophen verschrieben hat. So förderte es unter anderem eine Studie, die strukturelle Veränderungen des Gehirns nach einer Psychotherapie nachwies.

Auch andere Erfahrungen hinterlassen ihre Spuren in der "Hardware" unseres Denk- und Emotionsorgans. Mit bisweilen gravierenden Folgen, so können sich frühkindliche Stresserfahrungen im späteren Leben in psychischen Störungen niederschlagen.

Wie dies im Einzelnen geschieht, erklärt das Autorenduo gründlich und allgemeinverständlich. Strüber und Roth führen ihre Leser in den Aufbau von Gehirn und Nervenzellen und die Grundlagen der Neurochemie ein, um anschließend die neurobiologischen Grundlagen von Bewusstsein, Persönlichkeit und psychischen Störungen zu erklären. Als Naturwissenschaftler argumentieren sie konsequent naturalistisch - eine Herausforderung für manche Leser.

Gleichwohl eine, die sich lohnt: Der Ansatz von Roth und Strüber macht Phänomene wie Antisoziale Persönlichkeitsstörung und Psychopathie verständlich und liefert damit einen bedeutenden Schlüssel zum Verständnis dessen, was wir gern "das Böse" nennen.

 
Gerhard Roth, Nicole Strüber: Wie das Gehirn die Seele macht. Klett Cotta, € 22,95 (eBook € 17,99)


Symposium turmdersinne 2015
Prof. Gerhard Roth
Sonntag, 11. Oktober 2015, 09:00-09:45 Uhr
Krankes Gehirn – kranke Seele?
Neurobiologische Grundlagen psychischer Erkrankungen und ihrer Therapie (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:


Freitag, 21. August 2015

Symposium 2015: Das radikal Böse


"Männer, Frauen, Kinder, alles umgelegt. Liebe Heidi, mache dir keine Gedanken darüber. Es muss sein."
Es waren ganz normale junge Männer, die in den Einsatzgruppen des NS-Regimes in Osteuropa zu Massenmördern wurden, jüdische Zivilisten erschossen - Alte, Erwachsene und Babys. Sie hätten den Befehl verweigern können, doch das taten nur wenige.

Wie konnte das geschehen? In seinem Film "Das radikal Böse" sucht Regisseur Stefan Ruzowitzky nach Antworten. Anhand von Briefen, Tagebucheinträgen und Gerichtsprotokollen gewährt er Einblicke in die Gefühlswelten der Täter, geprägt von Gehorsam und Pflichterfüllung, von Zweifeln und Rechtfertigung.

Das Böse, so das Fazit des Films, ist keine Ausnahme  und keine Erscheinung einer längst überwundenen Vergangenheit. Es ist Normalität, auch heute noch. Damit reiht sich Ruzowitzkys Arbeit ein in in die Fragestellung des Symposiums turmdersinne 2015.

Darstellerisch ist der Regisseur mit "Das radikal Böse" neue Wege gegangen. Sein Essayfilm montiert Originalquellen, Experteninterviews und inszenierte Szenen zu einem dichten Geflecht.  Darüber hinaus zeigt er anhand von klassischen sozialpsychologischen Experimenten die erschreckenden Auswirkungen von Gruppendruck, Machtmissbrauch und Befehlshörigkeit.

Bereits 2007 hatte sich Ruzowitzky in seinem oscar-prämierten Drama "Die Fälscher" mit moralischen Konflikten vor dem Hintegrund der NS-Mordindustrie auseinandergesetzt. "Das radikal Böse" ist seine erste Kino-Doku. Ein Lehrstück über die Psychologie von Gewalt und Genozid. Aber auch, wie der Regisseur betont, ein "Plädoyer gegen Rassismus und Völkermord im Hier und Jetzt".


Symposium turmdersinne 2015
Samstag, 10. Oktober 2015, ab 20:00 Uhr
Film: Das radikal Böse
(Deutschland / Österreich 2013, 93 min.)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:

Sonntag, 16. August 2015

Symposium 2015: Komm mir nicht zu nah!





Der Tag fing ja gut an: Zuerst die gebrauchte Zahnseide des WG-Mitbewohners im Bad. Dann ist auch noch die Milch im Kühlschrank sauer geworden. Und musste Nachbars Fiffi sein großes Geschäft ausgerechnet hier vor der Haustür erledigen?
  
Ekelgefühle haben sich im Laufe der Evolution bewährt, denn sie halten uns von verdorbenen Speisen und anderen potenziellen Infektionsquellen fern. Doch in einigen Fällen nimmt der Ekel selbst krankhafte Züge an. Dies ist Forschungsgebiet von Prof. Anne Schienle, die den Arbeitsbereich Klinische Psychologie der Uni Graz und die dortige klinisch-psychologische Lehr- und Forschungsambulanz leitet.

So zeigte sie 2013, dass sich Phobien und Zwangsstörungen mit einem Placebo behandeln lassen. Ihren 34 Probandinnen - Frauen, die sich selbst als außergewöhnlich ekelempfindlich einstuften - präsentierte Schienle zunächst abstoßende Abbildungen und beobachtete dabei deren Hirnaktivität per fMRT. Anschließend verabreichte sie den Testpersonen eine "Anti-Ekel-Pille" - in Wahrheit ein wirkungsloses Kieselerde-Präparat. Und tatsächlich zeigten sie  beim neuerlichen Betrachten der gleichen Bilder stark verringerte Ekelwerte, sowohl beim Hirnscan als auch in den Berichten über das subjektive Erleben.

Ekel hat viel mit dem Eindringen des Fremden in unseren sogenannten "persönlichen Raum" zu tun, so eine Erkenntnis von Anne Schienle. Diese "Sicherheitszone" legt fest, wie nahe uns ein Interaktionspartner kommen darf, damit wir den Abstand gerade noch als angenehm empfinden.

Und für beides - Ekel und den persönlichen Raum - sind der somatoforme Kortex und die Amygdala zuständig - also Hirnareale, die auch Körperwahrnehmungen wie Berührungen und die emotionale Bedeutung von Reizen verarbeiten. Was in unserem Gehirn und unserem Gefühlsleben geschieht, wenn uns jemand oder etwas zu nah auf die Pelle rückt, erklärt Anne Schienle beim Symposium turmdersinne 2015 ebenso wie die Rolle von Persönlichkeitseigenschaften, emotionalen Kontexte und psychischen Störungen.


Samstag, 10. Oktober 2015, 17:15-18:00 Uhr
Prof. Anne Schienle
Komm mir nicht zu nah!
Neurowissenschaftliche Befunde zu Abstoßendem und Ekligem (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:


Freitag, 7. August 2015

Symposium 2015: Ein guter Freund...




... kann uns aufmuntern und unterstützen. Doch das ist noch nicht alles: Vertrauensvolle Beziehungen schützen auch vor Krankheiten und schlagen sich einer höheren Lebenserwartung nieder.

Dass nicht nur Menschen, sondern auch Schimpansen untereinander vertrauensvolle Beziehungen pflegen, ist seit längerem bekannt. Und auch bei ihnen haben sich Freundschaften als wahres Gesundheitselixier erwiesen. Wie unsere Mit-Primaten in freier Natur Freundschaften schließen und wie sich solche Bündnisse in Konflikten mit anderen Schimpansengruppen, schildert der Biologe und Ethologe Dr. Roman Wittig auf dem Symposium turmdersinne 2015.

Das Thema begleitet ihn bereits seit seiner Promotion über Konfliktmanagement bei wilden Schimpansen. Heute leitet er die Arbeitsgruppe Schimpansen in der Abteilung Primatologie am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Dabei geht er vor allem der Frage nach, wie sich das Sozialleben der Tiere auf ihre Fitness auswirkt.

 
Samstag, 10. Oktober 2015, 16:30-17:15 Uhr
Dr. Roman Wittig
Ein guter Freund schützt vor Feinden
Hormonelle und kognitive Grundlagen sozialer Beziehungen bei Schimpansen (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
 Anmeldung
#symp2015


 Zum Weiterlesen:

Donnerstag, 30. Juli 2015

Symposium 2015: "Denk mal" in Trümmern




Sie schlagen ohne offensichtlichen Grund zu, treten auf ihr Opfer selbst dann noch ein, wenn es hilflos am Boden liegt: Die Taten gewaltbereiter Jugendlicher sorgen immer wieder für schreckliche Schlagzeilen.

Unsere Reaktionen auf solche Nachrichten zeugen von Hilflosigkeit. Doch weder Entsetzen noch wohlfeile Stammtischparolen tragen zur Lösung des Problems bei. Ein guter Grund also, jugendliche Gewalt in den Fokus der psychologischen Forschung zu stellen. Denn wer Gewalt erfahren hat - vor allem als Kind - trägt die Spuren auch im späteren Leben mit sich.

Denn in den ersten Lebensjahren lernen wir, am Verhalten anderer Menschen deren Überzeugungen, Gefühle und Wünsche abzulesen. Wir entwickeln die Fähigkeit zu mentalisieren, wie Psychologen sagen. So fühlen wir den Schmerz unseres Gegenübers mit und achten darauf, ihn oder sie nicht zu verletzen. Doch nicht immer gelingt dieser Prozess. 
Die Ausprägung dieser Fähigkeit hängt maßgeblich von der Qualität der frühen Eltern-Kind-Beziehung ab,

erklärt Prof. Svenja Taubner. Die Psychoanalytikerin leitet das Institut für Psychologie und die Abteilung Klinische Psychologie, Psychoanalyse und Psychotherapie der Uni Klagenfurt und
beschäftigt sich in ihren Forschungen mit Störungen des Sozialverhaltens. Entscheidend sind hier die ersten fünf Lebensjahre, so Taubner:
Sind frühe Beziehungen durch Unverständnis und Gewalt geprägt, so kann dies zu einer Hemmung oder Verzerrung von Mentalisierung führen. Die mangelnde Verfügbarkeit von Mentalisierung wird besonders in der Jugend auffällig, wenn die Kontrolle durch die Eltern nachlässt und Jugendliche sich mit komplexer werdenden sozialen Umwelten konfrontiert sehen. Besonders unter emotionalem Stress kann die reflexive Fähigkeit versagen und damit sinken die Hemmschwellen, andere zu verletzen.
Wer als Kind Gewalt oder Vernachlässigung erlebt hat, läuft also Gefahr, später selbst zum Täter zu werden. Ein Teufelskreis? Nicht unbedingt, ist Svenja Taubner überzeugt. Beim Symposium turmdersinne 2015 erklärt sie, wie Therapeuten und Therapeutinnen sich die aktuellen Forschungsergebnisse für ihre Arbeit mit jugendlichen Gewalttätern zunutze machen.

Inge Hüsgen

Samstag, 10. Oktober 2015, 15:15-16:00 Uhr
Prof. Svenja Taubner
„Denk mal“ in TrümmernGewalt als Zusammenbruch reflexiver Fähigkeiten (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015


Zum Weiterlesen:

Donnerstag, 23. Juli 2015

Symposium 2015: Darwins dunkles Erbe


Evolutionsmotor Krieg? Charles Darwin Darwin vermutete in gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Menschengruppen einen bedeutenden Faktor für die evolutionäre Entwicklung unseres Sozialverhaltens. Doch im 20. Jahrhundert legten Verhaltensbiologen und Anthropologen diese Idee erst mal auf Eis. Gleichwohl sorgt sie heute wieder für hitzige Debatten. 

Ebenfalls in den Fokus der Aufmerksamkeit ist ein weiteres Phänomen gerückt, das im Englischen "parochial altruism" genannt wird: Man zeigt sich bei den eigenen Leuten loyal bis zur Selbstaufgabe, aber misstrauisch bis aggressiv gegenüber Fremden - eine nur allzu bekannte Verhaltensweise, ob am Stammtisch oder in der Weltpolitik. 

Doch während wir uns mit der Vorstellung gegenseitiger Hilfe unter Individuen gern anfreunden, wirft sie für Evolutionsbiologen ebenso spannende Fragen auf wie der Krieg, der seine blutige Spur durch Zeiten und Kontinente zieht. 

Welchen evolutionären Vorteil bringt es, sich für die Gruppe aufzuopfern? Und was wissen wir heute über die Einflüsse gewaltsamer Zwischengruppenkonflikte in der Evolution menschlichen Sozialverhaltens?

Mit solchen Fragen befasst sich der Verhaltensökonom, Wirtschaftsethiker und promovierte Biologe Dr. Hannes Rusch. Heute erforscht er die Evolution von Kooperation und Altruismus und wie es zu Konflikten zwischen verschiedenen Menschengruppen kommt. Dabei greift Rusch auf die evolutionäre Spieltheorie, statistische Analysen historischer Daten und die Methoden der experimentellen Ökonomik zurück. Welche aktuellen Ergebisse derzeit diskutiert werden, erläutert er beim Symposium turmdersinne 2015. 



Samstag, 10. Oktober 2015, 14:30-15:15 Uhr
Darwins dunkles Erbe
Gewaltsame Zwischengruppenkonflikte in der menschlichen Evolution (Zusammenfassung)
 
Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015


Zum Weiterlesen:

Mittwoch, 15. Juli 2015

Symposium 2015: Das Menschenbild der Neurowissenschaften und die Ethik

Foto: Evelin Frerk

Erleben wir eine Revolution des Menschenbildes durch die Fortschritte der Neurowissenschaften? Zu einer vorsichtigen Einschätzung dierser Fragekommt Prof. Dieter Birnbacher, Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung. Denn die meisten der neuen Erkenntnisse bestätigen lediglich ältere Thesen, die in der Psychologie bereits lange diskutiert werden, so Birnbacher. Gleichzeitig blieben zentrale Fragen der Anthropologie weiterhin wissenschaftlich ungeklärt.

Spannend wird es jedoch, wenn wir die kognitiven Grundlagen gemeinsamer Handlungen betrachten, so Birnbacher:
Viele menschliche Interaktionen und Errungenschaften beruhen auf der Fähigkeit, unsere Handlungen mit denen anderer abzustimmen. Dies reicht vom Zuprosten in der Kneipe bis zu herausragenden Koordinationsleistungen beim Synchronspringen, beim Tangotanzen oder beim Spielen eines Klavierduetts. Um die dem gemeinsamen Handeln zugrunde liegenden kognitiven Prozesse zu verstehen, reicht es nicht aus, Individuen isoliert zu betrachten.
Genau dies geschieht derzeit in den Kognitionswissenschaften - mit überraschenden neuen Resultaten. Auf dem Symposium turmdersinne 2015 stellt Birnbacher einige dieser Forschungen vor.

Übrigens: Über das Verhältnis von Philosophie und Neurowissenschaften und den Einfluss akuteller Forschungsergebnisse auf unser Menschenbild hat sich Helmut Fink mit ihm unterhalten.  

Samstag, 10. Oktober 2015, 11:45-12:30 Uhr
Prof. Dieter Birnbacher
Des Kaisers neue Kleider?Das Menschenbild der Neurowissenschaften
und die Ethik (Zusammenfassung)

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015

Zum Weiterlesen:

Freitag, 10. Juli 2015

Symposium 2015: Die Biologie des Vergebens



Die kleine Schwindelei, der vergessene Hochzeitstag oder sogar der Seitensprung: Wenn die Bedingungen stimmen, können wir so einiges verzeihen. Jeder von uns kennt Menschen, die rasch vergeben, und andere, geradezu nachtragende Zeitgenossen. Sogar wir selbst tendieren mal zum einen, mal zum anderen Extrem - oft ohne den genauen Grund zu kennen.

Was Beziehungen und andere Sozialkontakte nach einem Konflikt wieder zusammenkittet, hat inzwischen auch Forscher verschiedener Fachrichtungen auf den Plan gerufen. Denn Vergeben ist ein komplexer Prozess,

in dem kognitive, emotionale, motivationale und relationale Faktoren interagieren,

weiß Dr. Angela Merkl, Diplom-Psychologin und Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Universitätsmedizin Berlin.

Doch welche Faktoren bestimmen, ob wir nach einer Kränkung verzeihen oder schmollen und vielleicht sogar Rachepläne schmieden? Inwieweit spielt die Nähe zum eigenen Lebenspartner oder zu einer unbekannten Person eine Rolle? Merkl und ihr Team sind dieser Frage in einer bildgebenden Studie nachgegangen. Erfahren Sie mehr in ihrem Vortrag beim Symposium turmdersinne!


Samstag, 10. Oktober 2015, 11:00-11:45
Dr. Angela Merkl
Die Biologie des Vergebens
Was im Gehirn passiert, wenn wir verzeihen

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015


Zum Weiterlesen:


Freitag, 3. Juli 2015

Das Symposium 2015 im turmdersinne-Blog



Bisher erschienen:

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg 
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015

Mittwoch, 1. Juli 2015

Symposium 2015: Wir sind Überlebenskünstler

Es ist spät am Abend und Sie sind allein unterwegs. Der Weg führt durch eine dunkle Unterführung und niemand sonst ist auf der Straße zu sehen. Da - ein Geräusch! Sind das etwa Schritte hinter Ihnen? Ihr Herz schlägt schneller, die Schritte beschleunigen sich. Gleichzeitig lauschen Sie gespannt in die Nacht. Ist da etwa noch mehr zu hören? Erst als Sie wieder unter freiem Himmel stehen, blicken sie sich um: nichts, nur ein raschelndes Papier im Wind. Puh, noch mal Glück gehabt!

Wenn wir uns bedroht fühlen, schaltet der Körper auf Alarm. Jeden Augenblick bereit zu flüchten oder uns zu verteidigen, nehmen wir Geräusche und andere Reize überdeutlich wahr, während der logische Verstand herunterfährt. Ein Erfolgsrezept der Evolution, denn lieber ein paar Mal blinder Alarm als unvorbereitet in reale Gefahr geraten!

Doch was ist, wenn jemand ständig Bedrohungen wittert, selbst in objektiv ungefährlichen Situationen? Angstpatienten wissen, dass ein übersensibles Alarmsystem den Menschen kaum noch zur Ruhe kommen lässt.

Wie sich solche individuellen Unterschiede im Gehirn widerspiegeln und in welcher Weise Erinnerungen an frühere Situationen unsere Reaktion auf - gefühlte oder reale - Bedrohung beeinflussen, erforscht Guillén Fernandéz, Professor für kognitive Neurowissenschaften und Direktor des Donders Instituts an der Radboud Universität Nimwegen. Verpassen Sie nicht seinen Vortrag auf dem Symposium turmdersinne 2015!


Samstag, 10. Oktober 2015, 09:45-10:30 Uhr
Prof. Dr. Guillén Fernández
Wir sind ÜberlebenskünstlerNeurobiologie der Gefahrenabwehr

Symposium turmdersinne 2015
Gehirne zwischen Liebe und Krieg 
9.-11. Oktober 2015, Stadthalle Fürth
Anmeldung
#symp2015



Zum Weiterlesen: