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Samstag, 30. Juli 2011

Erst Arschbombe, dann Hirnknoten

Endlich Sommerferien! Und hey - für nächste Woche ist Badewetter angesagt!

Dann aber nichts wie ab zum Schwimmen - beispielsweise ins neu eröffnete Nürnberger Westbad! Jeden Tag können sich die ersten 20 Badegäste mit Ferienpass über einen 1-Euro-Gutschein für das Museum turmdersinne freuen.

Übrigens: Mit dem Ferienpass erhalten Nürnberger Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 16 Jahren in den ganzen Sommerferien (Montag, 1. August bis einschließlich Montag, 12. September 2011) freien Eintritt in viele Museen sowie Bäder und andere Sportstätten. Eine Reihe von weiteren Freizeiteinrichtungen bieten einmaligen freien Eintritt oder Ermäßigung an. Es lohnt sich also!

Der Ferienpass kostet 6 Euro und ist hier erhältlich: 
  • Jugendamt, Dietzstraße 4, 90433 Nürnberg, Öffnungszeiten Montag bis Freitag 8.30-12.30 Uhr
  • Amt für Allgemeinbildende Schulen, Hauptmarkt 18, 90403 Nürnberg, Öffnungszeiten Montag bis Donnerstag 8.30-15.30 Uhr.
  • Ab Montag, 30. Juli 2011, gibt es den Ferienpass auch an den Kassen der städtischen Freibäder.
Inge Hüsgen

Mittwoch, 13. Juli 2011

Astrologie im Planetarium

Es wird noch ein turbulentes Jahr, machen wir uns nichts vor. Jedenfalls, wenn wir den der Astrologin Susanne Eder glauben wollen.

Vor allem im Rest-Juli und im August steht uns so einiges bevor: Und wer hat es uns eingebrockt? Na, Uranus und Pluto natürlich. Schreibt zumindest die Astrologin:

Sehen wir uns an, wofür diese beiden Planeten eigentlich stehen: URANUS steht für plötzliche Ereignisse, Explosionen, Elektrizität, Flugzeuge, Reformen, Astrologie, Überraschungen, Gruppenaktivitäten und Soziales, Abenteuer und Ungewöhnliches. PLUTO steht für Finanzen, Steuern, Banken, Versicherungen, Macht, Gewalt, Transformation, Tod, Operationen, Atomkraft, Okkultismus, Sexualität.
In den nächsten Wochen kann demnach so ziemlich alles passieren. Geht’s vielleicht ein bisschen präziser?
Offenbar nicht, denn vage Voraussagen sind eine Spezialität der Zukunftsdeuter.

Unglaublich, dass trotzdem noch so viele Menschen der Astrologie vertrauen.

Findet auch Michael Kunkel. Jedes Jahr im Dezember wertet der Wuppertaler Mathematiker in seinem Wahrsagercheck die Jahresprognosen von Astrologen, Wahrsagern und Hellsehern aus – und immer machen die Propheten dabei eine schlechte Figur. Schwurbelige Allerweltsaussagen, ein paar Zufallstreffer und immer wieder verheerende Fehlprognosen.

Astrologie, was ist das überhaupt?
"Die" Astrologie gibt es gar nicht. Unmengen von Schulen konkurrieren miteinander, arbeiten teils mit widersprüchlichen Ansätzen. Manche berufen sich auf uraltes Wissen, andere auf exakte Wissenschaft. Auf diese Weise könne man nicht nur in die Zukunft blicken, sondern - durch ein Geburtshoroskop - auch den Charakter eines Menschen erkennen. Wirklich? Warum schmiert die Astrologie dann bei kontrollierten Tests regelmäßig ab? Wieso das alljährliche Debakel beim Wahrsagercheck? Und weshalb scheitern Astrologen im Versuch daran, Probanden ihr Horoskop zuzuordnen?

Wer jetzt neugierig geworden ist, sollte sich den kommenden Mittwoch, 20. Juli 2011 freihalten. Dann nämlich wirft Michael Kunkel im Nürnberger Planetarium einen "anderen Blick in die Sterne" - so der Titel seines Vortrags. Der Vortrag ist Abschluss der fünfteiligen Veranstaltungsreihe "Außer Sinnen", die der turmdersinne gemeinsam mit dem Nicolaus-Copernicus-Planetarium organisiert hat.

Hier noch einmal das Gesamtprogramm.

Der Vortrag:
Michael Kunkel:
Der andere Blick in die Sterne.
Astrologie in der Diskussion
Mittwoch, 20. Juli 2011, 19 Uhr
Nürnberger Planetarium, Am Plärrer 41, 90429 Nürnberg

Eintritt: 7 Euro (erm. 5 Euro), Gesamtreihe „Außer Sinnen“ 28 Euro (keine Erm.)
Online-Anmeldung beim BZ Nürnberg, Kurs-Nr. 00881

Zum Weiterlesen:

  • Hergovich, A. (2005): Die Psychologie der Astrologie. Hans Huber, Bern.
  • Much, T. (2007): Aberglaube und Astrologie. Was taugen Horoskope? Edition VaBene, Klosterneuburg.
  • Wahrsagercheck: Die Prognosenschauen der Jahre 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010.
  • Ponocny, I.; Ponocny-Seliger, E. (2009): Akte Astrologie Österreich. Vom Schicksal, den Sternen und der Bevölkerungsstatistik. In: Skeptiker 4/2009, S. 176-185.
Inge Hüsgen

Donnerstag, 7. Juli 2011

Tür auf für die Maus!

Eine ganz besondere "Geburtstagsfeier" steigt kommenden Sonntag, 10. Juli 2011, im Museum turmdersinne. 1971, vor 40 Jahren also, zeigte das WDR-Fernsehen die erste Folge der Sendung mit der Maus. Heute gehört der Nager mit seinem Wimpernklimpern zu den ganz großen TV-Stars. Und mit den Sachgeschichten hat die Sendung ein neues Genre begründet: kurz und kindgerecht erklären die Filme die Geheimnisse des Alltags.

Neugierige junge Maus-Fans begeben sich auch gern selbst auf Forschungsexpedition. Gelegenheit dazu bekommen sie auf dem Türöffner-Tag am Sonntag, wo sie richtigen MausExperten - wie dem turmdersinne-Team -  über die Schulter gucken können. In zwei Forscher-Rundgängen durchs Museum erkunden die Kinder die Welt der Wahrnehmung. Begleitet und angeleitet von einem Besucherbetreuer erleben sie,
  • wie Menschen ganz ohne technische Tricks vom Riesen zum Zwerg werden.
  • wie viele Gerüche wir unterscheiden können und wie schwierig es trotzdem ist, sie zu benennen,
  • warum die Zunge nur so wenig zum Schmecken beiträgt,
  • dass zwei Augen viel mehr sehen als nur zwei Abbildungen der Welt,
  • was es mit magischen Tonleitern und wandelnden Häuserschluchten auf sich hat ... 
...und und und.

Forscher-Rundgang
Sonntag, 10. Juli 2011, 10-12 Uhr
Museum turmdersinne, Spittlertorgraben, Ecke Mohrengasse, 90429 Nürnberg

Aufgrund begrenzter Platz-Kapazitäten (maximal 30 Personen) Teilnahme nur nach Voranmeldung.
Kontakt: info@turmdersinne.de, Tel 0911 / 944 32 81.

Der Forscher-Rundgang findet in zwei Gruppen zu jeweils 15 Kindern von 7-9 Jahren und von 10-12 Jahren statt. Nicht vergessen: Alter angeben!

Inge Hüsgen

Sonntag, 3. Juli 2011

Prophezeiungen und Endzeitängste

Wird 2012 das Jahr der Apokalypse? Über Weltuntergänge, Endzeitängste und düstere Prophezeiungen spricht der Skeptiker, Wissenschaftsjournalist und Buchautor Bernd Harder am kommenden Dienstag in Nürnberg. Inge Hüsgen hat sich mit dem Referenten unterhalten.

Am 21. Dezember 2012 geht die Welt unter, heißt es. Können wir uns also nächstes Jahr den Stress mit dem Weihnachtseinkauf sparen?

Bernd Harder: Ich kaufe ohnehin keine Weihnachtsgeschenke, insofern ist mir persönlich dieser Punkt ziemlich einerlei. Allen anderen würde ich dazu raten, wie üblich zu verfahren – sonst könnte es am Heiligen Abend womöglich Weltuntergangsgesichter bei den Liebsten geben.

Nein, die Schlagzeilen, die wir Skeptiker uns nach dem 21. Dezember 2012 wünschen, würden eher so lauten: „Altpapiersammlung wieder ein voller Erfolg – Tausende Weltuntergangsbücher werden einem sinnvollen Zweck zugeführt". Oder: "Aktien von Esoterikverlagen massiv eingebrochen."

Der 21. Dezember 2012 ist beileibe nicht der erste Termin, für den ein Weltende vorhergesagt wird. Bisher sind alle ohne besondere Vorkommnisse verstrichen. Warum glauben trotzdem noch so viele Menschen daran?

Nun ja, blühende Landschaften, übers ganze Gesicht strahlende Menschen und immerwährender Friede auf Erden werden auf Dauer doch etwas dröge, oder? Die Schriftstellerin Sibylle Berg hat vor kurzem im
Spiegel geschrieben: "Optimismus ist das Bekenntnis zu überbordendem Irrsinn ... Der Pessimist dagegen weiß: Es wird nie eine perfekte Zeit geben."

Endzeit-Enthusiasten sind Pessimisten, und das mit durchaus guten Gründen: Schließlich drohen an allen Ecken Enden. Kaum mehr ein Tag vergeht ohne Hiobsbotschaft und Krisenalarm, von EHEC bis Euro. Und diese Krisenakkumulation verdichtet sich mal wieder zur Angst vor der realen Apokalypse. Nicht wenige Zeitgenossen scheinen dem menschlichen Treiben nur noch eine sehr begrenzte Frist zusprechen zu wollen.

Bislang waren zwar alle Abgesänge verfrüht und sämtliche düsteren Prophezeiungen Scharlatanerie - aber das ist keine wirkliche Beruhigung, weil alles, was eine Zeitspanne von, sagen wir, zehn Jahren übersteigt, sich unserem Vorstellungsvermögen weitgehend entzieht.

Manche Endzeit-Szenarien erscheinen traditionell religiös, wie etwa die angeblichen Prophezeiungen von Fatima. Andere, wie die um den Planeten „Nibiru“, geben sich eher naturwissenschaftlich. Gibt es so etwas wie eine Typologie der Endzeit-Fans?

Ich denke, wir können überhaupt zum ersten Mal von "Szenarien" sprechen - das ist der große Unterschied von "2012" im Vergleich zu 1999 und/oder der Jahrtausendwende.

Vor zwölf Jahren gab es nur eine angebliche Nostradamus-Prophezeiung, die von verschiedenen Deutern leicht variiert wurde. Aktuell haben wir es mit einer Vielzahl von ganz unterschiedlichen Vorstellungen zu tun, was nun genau im kommenden Jahr passieren soll.

Klar, da gibt es die religiösen Apokalyptiker, denen die Welt immer schon ein Gräuel war, weil permanent und ungestraft Widergöttliches geschieht. Daneben die Katastrophisten, die die Vernichtung entweder von Sonnenstürmen, Polsprüngen oder besagtem Wanderplaneten erwarten. Und irgendwo dazwischen auch die New-Age-Anhänger, die ein neues, spirituelles und glückseliges Zeitalter heraufdämmern sehen.

Oder hast Du bei Deinen Recherchen so etwas wie Trends bei den Endzeit-Szenarien festgestellt?

Sagen wir mal so: Am fanatischsten scheinen die "Nibiru"-Fans drauf zu sein, die mittlerweile massenhaft in ein französisches Dorf einfallen, weil dieses angeblich vom Weltuntergang verschont bleiben soll. Auch die NASA oder hier in Deutschland spezialisierte Wissenschafts-Blogs wie Astrodicticum simplex haben Probleme, den Leuten diesen Quatsch von einem herannahenden Planeten auszureden.

Das Thema Weltende scheint eine starke Faszination auszulösen – auch bei denen, die nicht daran glauben. Was meinst Du, warum?

Warum schaut man sich Horrorfilme an? Es kann durchaus spannend - vielleicht auch entspannend - sein, sich solchen Gefühlen und Empfindungen auszusetzen, ohne das Geschehen wirklich am eigenen Leib zu erleben. Vielleicht so eine Art Psychohygiene.

Einige Wissenschaftler sehen in der ständigen Krisologie sogar etwas Gutes: Ständiger Alarm appelliere an unsere Gefühle und die Suche nach Lösungen an unseren Verstand. Und möglicherweise kommt dabei sogar etwas Vernünftiges dabei heraus. Wir werden sehen.


Der Vortrag:
Bernd Harder: 2012 - Jahr der Apokalypse?
Oder: Wie viele Blätter hat der Maya-Kalender?
Dienstag, 5. Juli 2011, 19 Uhr
Nürnberger Planetarium, Am Plärrer 41, 90429 Nürnberg

Eintritt: 7 Euro (erm. 5 Euro), Gesamtreihe „Außer Sinnen“ 28 Euro (keine Erm.)

Eine Veranstaltung der Reihe "Außer Sinnen".
Das komplette Programm finden Sie hier.
Online-Anmeldung beim BZ Nürnberg, Kurs-Nr. 00879

Zum Weiterlesen:
Bernd Harder:
2012 oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben.
Leitfaden für Endzeit-Liebhaber. Herder Verlag, Freiburg 2011.

Freitag, 1. Juli 2011

2012 - Das Buch zum Vortrag


Zur Abwechslung mal eine Quizfrage:

Was war am 11. August 1999, am 21. Mai 2011 und ereignet sich noch einmal am 21. Dezember 2012?
Richtig, der Weltuntergang!

Um genau den geht es im neuen Buch von Bernd Harder, das der Autor am kommenden Dienstag, 5. Juli 2011, im Nürnberger Planetarium vorstellt.

Der Titel:
2012 oder wie ich lernte, den Weltuntergang zu lieben

Bernd Harder ist Wissenschaftsjournalist, Chefreporter des Magazins Skeptiker – Zeitschrift für Wissenschaft und kritisches Denken und Pressesprecher der GWUP. Er kennt sich also bestens aus mit Propheten, geheimnisvollen Kräften und allerlei außergewöhnlichen Behauptungen. Und findet gern heraus, was wirklich dahinter steckt.

Genau die richtigen Voraussetzungen für eine kritische Recherche zum Thema Endzeit. Denn dabei stößt man auf so kuriose Dinge wie einen unsichtbaren Planeten, auf geheimnisvolle Kristallschädel, auf weise Naturburschen und ein Urwaldvolk mit geheimem Wissen. Und irgendwo im Verborgenen zieht die große Verschwörung ihre Fäden. Jedenfalls, wenn man einigen Weltuntergangs-Fans glaubt.

Faszinierend ist das alles schon. Tatsächlich stellt Harder bei der Beschäftigung mit dem Thema eine gewisse Angstlust fest, weshalb das Buch wohl auch den treffenden Untertitel „Leitfaden für Endzeit-Liebhaber“ trägt.

Also ordentlich Stoff für knapp 200 Seiten. Der Klassiker Nostradamus darf da natürlich ebenso wenig fehlen wie die angeblichen Prophezeiungen von Fatima. Und der Volksseher Mühlhiasl, der in Bayern sogar eine kleine Berühmtheit ist – obwohl er überhaupt nie gelebt hat. Aber sagte der Mühlhiasl nicht die beiden Weltkriege voraus?

Moment! Die berühmten Kriegs-Vorhersagen des bayerischen Propheten sind in Wahrheit „Nachhersagen“, wurden dem Mühliasl also erst später untergeschoben, wie Harder zeigt.  

Und die aktuellen Stars der Endzeit-Szene, wie der Planet
Nibiru. Unaufhaltsam rast er aus den Tiefen des Weltraums auf die Erde zu, um sie zu zerschmettern, heißt es. Und wenn kein Astronom diesen Himmelskörper kennt, dann muss er wohl unsichtbar sein. Oder eine fiese Verschwörung deckelt das geheime Wissen um den Untergang. Bei so einer Argumentation ist nicht nur der Skeptiker-Reporter zu Recht skeptisch.

In die Tiefen der unfreiwilligen Science-Fiction führt auch das Geraune um den Maya-Kalender, der bekanntlich am 21. Dezember 2012 endet. Ist dann alles aus? Können wir nächstes Jahr Weihnachten und Silvester knicken? Kehren die Astronautengötter zurück, wie Erich von Däniken raunt? Oder geht es dann erst richtig los, indem nämlich die Erde in die nächste evolutionäre Phase eintritt?

Diese und andere wilde Spekulationen checkt Bernd Harder in seinem neuen Buch. Kritisch und mit lockerer Schreibe, manchmal augenzwinkernd, aber immer auf der Höhe der Forschung.

Mehr dazu in seinem Vortrag:

2012 - Jahr der Apokalypse?
Oder: Wie viele Blätter hat der Maya-Kalender?
Dienstag, 5. Juli 2011, 19 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium, Am Plärrer 41, 90429 Nürnberg

Eintritt: 7 Euro (erm. 5 Euro), Gesamtreihe „Außer Sinnen“ 28 Euro (keine Erm.)

Eine Veranstaltung der Reihe "Außer Sinnen".
Das komplette Programm finden Sie hier.
Online-Anmeldung beim BZ Nürnberg, Kurs-Nr. 00879

Inge Hüsgen