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Freitag, 24. Dezember 2010

Ein Leben ganz ohne Angst

Horrorfilme findet sie bestenfalls interessant und beim Besuch in einem „Spukhaus“ beginnt sie mit den Monstern zu plaudern. Spinnen und Schlangen, vor denen sie sich früher fürchtete, berührt sie heute mit bloßen Händen. Die 44-Jährige mit dem Pseudonym S.M. hat jedes Angstgefühl verloren.

S.M. leidet am Urbach-Wiethe-Syndrom, einer sehr seltenen Erkrankung, die einen Teil ihres Gehirns zerstört hat. Die Amygdala, auch als „Mandelkern“ bekannt, gilt schon seit Längerem als die Hirnregion, wo  Angst entsteht. Mit Hilfe von S.M. konnten amerikanische Forscher diese These jetzt erstmals belegen.

Für seine Studie, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Current Biology, wertete das Team um Justin Feinstein (University of Iowa) ein Tagebuch der Patientin aus und konfrontierte sie in weiteren Untersuchungen mit typischen Angstsituationen. Dabei zeigte sich, dass S. M. zwar Freude, Wut und Trauer empfindet, nicht aber Angst. So weit es sich rekonstruieren lässt, riefen nicht einmal traumatische, lebensbedrohliche Erlebnisse wie häusliche Gewalt in S. Ms.  jüngerer Vergangenheit bei ihr eine Angstreaktion hervor, obgleich sie sich an Angstempfindungen aus der Zeit vor ihrer Erkrankung erinnert.

Um herauszufinden, wie sich dies im Alltag auswirkt, konfrontierten die Forscher S. M. mit Angstauslösern. Beispielsweise mit Schlangen und Spinnen in einer Zoohandlung. Obwohl sie nach eigenen Angaben diesen Tieren früher lieber aus dem Weg gegengen war, überwogen nun Neugierde und Faszination. Wiederholt drängte S. M. darauf, immer größere und gefährlichere Tiere in die Hand zu nehmen. Als sie nach einer giftigen Tarantel verlangte, brachen die Wissenschaftler das Experiment ab.
Diese Episode zeigt, warum Angst in unserem Gefühlshaushalt eine so wichtige Rolle spielt, erklärt Justin Feinstein:
„Angst ist ein überlebenswichtiger Mechanismus und der Mandelkern hilft uns, indem wir Situationen, Menschen oder Objekten aus dem Weg gehen, die uns in Gefahr bringen.“
Insofern sei es erstaunlich, dass S. M. noch lebt.
Feinstein und seine Mitarbeiter hoffen, dass ihre Forschungsergebnisse zur Entwicklung von neuen Therapien bei Angststörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen beitragen.

Inge Hüsgen

Montag, 13. Dezember 2010

Warum sich nicht jeder täuschen lässt

Wie stark der Sehsinn eines Menschen auf bestimmte Täuschungen anspricht, hängt unter anderem von der Größe seiner Sehrinde (visueller Cortex) im Gehirn ab. Diese überraschende Entdeckung machte das Team um Dietrich Samuel Schwarzkopf vom University College London. Nachzulesen ist ihre Studie jetzt in der renommierten Fachzeitschrift Nature Neuroscience.

Für ihren Versuch zogen die Forscher zwei Klassiker der Wahrnehmungstäuschung heran: 

Bei der Ponzo-Illlusion erscheint Querbalken A länger als B, obwohl beide genau gleich lang sind. Vieles spricht dafür, dass der Effekt großteils auf eine Tiefenillusion zurückgeht.









Die Ebbinghaus-Täuschung lässt ein und denselben Mittelkreis unterschiedlich groß wirken, je nachdem, ob er von kleinen oder großen Kreisen umgeben ist.


 Im Versuch hatten Schwarzkopf und seine Mitarbeiter bei den 30 Probanden enorme Unterschiede in der Wahrnehmung der beiden Täuschungen festgestellt. Während manche Teilnehmer beispielsweise bei der Ponzo-Täuschung die beiden Mittelkreise als unterschiedlich groß einschätzten, stellten andere Probanden kaum einen Größenunterschied fest.

Eine anschließende Hirnuntersuchung mittels Magnetresonanztomografie brachte ein erstaunliches Resultat: Bei denjenigen Probanden, die besonders gut auf die Täuschung ansprachen, nahm die Sehrinde  einen kleineren Teil des Cortex ein als bei denen, die sich nicht täuschen ließen.

"Unsere Studie zeigt erstmals, dass man anhand der Größe eines Hirnareals eine Aussage darüber treffen kann, wie ein Mensch seine Umwelt sieht", fasst Schwarzkopf zusammen.

Schon seit Längerem weiß man, dass nicht alle Menschen gleich stark auf visuelle Täuschungen ansprechen. Neben kulturellen Unterschieden spielen auch andere Einflüsse eine Rolle, so lassen sich Autisten von derartigen Illusionen nur wenig oder gar nicht in die Irre führen. Welche -  genetischen oder umweltabhängigen  - Faktoren die Größe der Sehrinde beeinflussen, wollen die Forscher um Schwarzkopf in zukünftigen Studien herausfinden.

Inge Hüsgen

Mittwoch, 8. Dezember 2010

Öffnungszeiten in den Weihnachtsferien

Vom 24.12.2010 bis zum 07.01.2011 ist das Museum von Montag bis Sonntag durchgehend von 11 - 17 Uhr geöffnet.
Geschlossen hat der turmdersinne in dieser Zeit am 24., 25. und 31.12.2010.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Samstag, 2. Oktober 2010

Zwischen Klavier und Kinderzimmer

Maritim-Hotel Nürnberg. Ein langer Symposiumstag klingt aus, Besucher und Referenten plaudern bei einem Glas Wein und draußen im Foyer spielt Musik.
A propos Musik: Schon mal überlegt, ob es Männer- und Frauenmusik gibt? Jedenfalls gibt es Musik, die von Frauen komponiert wurde. Diese hier zum Beispiel, Clara Schumanns Klaviertrio op. 17.
Die Schöpferin war damit ganz zufrieden, wenn auch mit gewissen Einschränkungen, denn „natürlich bleibt es immer Frauenzimmer-Arbeit“, wie Clara seufzte. Nun ja, “reproductives Genie kann dem schönen Geschlecht zugesprochen werden", notierte Musikerkollege Hans von Bülow gönnerhaft - nur, um wenige Zeilen später umso deutlicher festzustellen:  "Ich glaube nicht an das Femininum des Begriffes: Schöpfer."

Tatsächlich gibt es bis heute nur wenige komponierende Frauen. Warum eigentlich? Nehmen Frauen Musik generell anders wahr als Männer? Und gibt es typische "Frauen-" und "Männermusik?" Das sind nur einige der Fragen, denen sich der Musikphysiologe und Musik-Mediziner Prof. Eckart Altenmüller heute Nachmittag in seinem Vortrag widmete. Der Komponistinnenmangel ist nach seiner Ansicht größtenteils gesellschaftlich bedingt. Eine Frau, die sich statt mit Ehe, Haushalt und Familie  mit Musik besächäftigt, und zwar intensiv genug, um hauptberuflich Musikstücke zu schreiben, das passte lange Zeit nicht ins erwünschte Bild - auch Clara Schumann schrieb ihr Klaviertrio inmitten von wirtschaftlicher Not. Erst in den letzten Jahren sei ein Gegentrend zu erkennen.
Und wie sieht es mit der Männer- und Frauenmusik aus?
Altenmeyer: "Mädchen haben ab Pubertät überwiegend die gleichen Musikvorlieben wie Jungs und verarbeiten Musik gleich. Allöerdings unterscheiden sich die Gehirne von Musikerinnern von denen ihrer männlichen Kollegen. Das Denkorgan ist bei den Frauen plastisch weniger verändert."
Übrigens sind Musikerkrankheiten ebenfalls geschlechtsspezifisch, so Altenmüller. Frauen leiden typischerweise an chronischen Schmerzen, Männer an Bewegungsstörungen. Noch wissen die Forscher nicht, warum.

Inge Hüsgen

Symposium: Was unterscheidet Mann und Frau?

Schon bei der Auftaktveranstaltung am gestrigen Freitag, 1. Oktober 2010, hatten die Veranstalter des Symposiums turmdersinne fast volles Haus. 700 Zuhörer erlebten im Nürnberger Maritim-Hotel, wie der Humanethologe Prof. Karl Grammer in die unterschiedlichen Denkstrategien bei Mann und Frau einführte.
Dazu wird viel geforscht und noch mehr geblubbert. Das Autorenpaar Allan und Barbara Pease ("Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" usw.) zum Beispiel drischt seine Phrasen schon durch zug Buchauflagen. Dass die Sache sehr viel komplizierter ist, dürften die Zuhörer nach Grammers materialreichem Vortrag zumindest ahnen.
Heute, Samstag, 2. Oktober, ging es weiter mit einem Vortrag von Prof. Onur Güntürkün. Es gibt ihn durchaus, den Geschlechterunterschied im Denken und Verhalten, so der Bochumer Biopsychologe. Dazu verweist er auf Forschungen zur Symmetrie der Hemisphären. Und das ist noch nicht alles, wie beispielsweise Aufgaben zum räumlichen Figurenerkennen verdeutlichen: Dabei zeigen Frauen während der Menstruation eine ebenso asymmetrische Gehirnaktivität wie Männer. Bei beiden ist die rechte Hirnhälfte besser, dasselbe gilt übrigens auch für Frauen in der Menopause. Dagegen zeigen Frauen nach dem Eisprung gleich gute Ergebnisse bei beiden Hirnhälften. 
Alles Biologie? Keinesfalls, erklärt Güntürkün. Denn auch kulturelle Einflüsse hinterlassen ihre Spuren. Schon sehr früh in der Entwicklung prägen sie das bei der Geburt noch sehr unreife Gehirn tiefgreifend. Deshalb wäre es Unsinn, die Einflüsse von Biologie und Kultur prozentual herauszurechnen, fasst Güntürkün zusammen: "Überspitzt ausgedrückt, ist unser Verhalten als Mann oder Frau zu 99 Prozent durch Biologie und durch 99 Prozent durch Gesellschaft bedingt."
Inge Hüsgen

Zum Weiterlesen:
  • Onur Güntürkün, Stefan Lauterbacher, Markus Hausmann (Hrsg.): Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau. Springer 2007.

Dienstag, 28. September 2010

BBC-Doku beim Symposium

Durchschnittlich drei Minuten brauchen Frauen, um sich für ihren Traumpartner zu entscheiden. Sie nehmen sich also richtig Zeit – verglichen mit den Männern, die schon nach drei Sekunden ihre Wahl treffen.

Diesem und anderen „kleinen Unterschieden“ zwischen den Geschlechtern geht die BBC-Doku Mann und Frau nach.

Im ersten Teil mit dem Titel "Herrschaft der Hormone" begleiten die Filmemacher eine Gruppe von männlichen und weiblichen Probanden bei einer Reihe von Tests. Sie müssen die Gefühle ihrer Mitmenschen erkennen, Babys wickeln, Bagger fahren und vieles mehr – teils mit überraschenden Ergebnissen. Im zweiten Teil, "Traumpartner verzweifelt gesucht", zeigt ein Speed-Dating unter wissenschaftlichen Bedingungen, ob die Foschung tatsächlich in der Lage ist, für jeden einen idealen Partner zu finden.
Zwei Teile der Serie „Mann und Frau“ werden im Rahmen des Symposiums turmdersinne am kommenden Samstag, 02. Oktober 2010 gezeigt.

Ort: Maritim-Hotel, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg.
Infos und Anmeldung hier.

Mittwoch, 15. September 2010

Frauengehirn - Männergehirn

Der Junge spielt mit Bauklötzen, während das Mädchen lieber Puppen bemuttert. Alles Erziehungssache, hätte Simone de Beauvoir wohl gesagt. Schließlich postulierte sie in ihrem 1949 erschienenen Buch „Das andere Geschlecht” : "Man wird nicht als Frau geboren, man wird es."

Nun, da irrte Simone de Beauvoir.
Denn genau dasselbe Verhalten wie bei Menschenkindern lässt sich auch beim Nachwuchs verschiedener Affenarten beobachten. Und damit nicht genug: Unter der Einwirkung männlicher bzw. weiblicher Sexualhormone ändern Menschen ihr geschlechtstypisches Denken und Verhalten. Wir werden also tatsächlich als Frauen und Männer geboren und besitzen vom ersten Moment an ein sexualdimorphes Gehirn.

Also alles angeboren? Halt, so einfach ist es nicht.
Denn auch die Menschen in unserer Umgebung formen uns massiv in einer geschlechtstypischen Art und Weise. Unser gesamtes Denken und Verhalten und somit auch unsere geschlechtliche Identität ist ein Resultat aus Biologie und Kultur. Prof. Onur Güntürkün fasst es im turmdersinne-Newsletter SinnesOrgan folgendermaßen zusammen:

"Das Gehirn ist ein sich selbst koordinierendes System. Wir werden mit einem unfertigen Gehirn geboren, das schon vor der Geburt beginnt, äußere Einflüsse – also in einem weit gefassten Sinn kulturelle Elemente – wahrzunehmen. Diese Dinge werden interpretiert und in Verschaltungsprozesse umgesetzt. Und das vollzieht sich wiederum unter der Kontrolle der Gene. Unmöglich, dass es etwas gibt, das nicht kulturell und biologisch bestimmt ist." (SinnesOrgan 2/2010; S. 4)
Güntürkün ist Professor für Biopsychologie an der Ruhr-Universität Bochum und forscht zur Frage, wie Denken aus der koordinierten Aktivität von Nervenzellen entsteht. Wie komplex sich das Zusammenspiel von Kultur und Biologie im Bereich der Geschlechter darstellt, erläutert er in seinem Vortrag beim Symposium turmdersinne 2010 am Samstag, 02. Oktober 2010.
Inge Hüsgen

Das Symposium "Mann, Frau, Gehirn. Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft" findet vom 01. bis 03. Oktober 2010 im Maritim Hotel, Nürnberg, statt. Anmeldung hier.

Lesetipp: Onur Güntürkün, Stefan Lauterbacher, Markus Hausmann (Hrsg.): Gehirn und Geschlecht. Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Mann und Frau. Springer, 2007.

Samstag, 11. September 2010

In "Gehirn & Geist" 10/2010: Nachbilder

Wollten Sie schon immer mal eine Vision von Jesus Christus erleben - und eine von Charles Darwin noch dazu? Nichts einfacher als das! Wie's funktioniert, erklärt Dr. Rainer Rosenzweig in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Gehirn & Geist (Heft 10/2010). Damit dürfte klar sein, dass es nicht um übernatürliche Erscheinungen, sondern um Wahrnehmungs-Phänomene geht - um Nachbilder nämlich.

Nachbilder treten auf, wenn wir ein bestimmtes Bild für längere Zeit intensiv angeschaut haben, erklärt der turmdersinne-Geschäftsführer und promovierte Wahrnehmungspsychologe Rosenzweig. Dann nämlich haben die Sinneszellen in der Netzhaut des Auge ihre Pigmente aufgebraucht. Bis wieder genug Nachschub gebildet ist, sind die Zellen weniger empfindlich: auf den zuvor stimulierten Netzhaut-Regionen nehmen wir eine Zeit lang dunkle Schatten wahr, die nur langsam verblassen.
Nachbilder sind im Alltag gar nicht selten, schreibt Rainer Rosenzweig. Sie dürften übrigens auch Auslöser für zahlreiche Geistererscheinungen sowie Sichtungen von Ufos und Kugelblitzen sein.
In seinem Artikel hat Rosenzweig noch weitere Effekte und Infos zusammengestellt. Viel Spaß beim Lesen!
Inge Hüsgen

Mittwoch, 1. September 2010

"Sexy Gehirne" zum Symposiums-Auftakt

Unter dem Titel "Sexy Gehirne" führt Prof. Dr. Karl Grammer zum Auftakt des diesjährigen Symposiums turmdersinne am Freitag, 1. Oktober 2010, in die komplexe Welt der männlichen und weiblichen Denkstrategien ein. Der ursprünglich angekündigte Vortrag von Prof. Christian E. Elger entfällt.

Eines haben die alten Geschlechterklischees gemeinsam mit den modernen Vorstellungen vom grundsätzlich gleichartigen Denken bei Männern und Frauen: Sie liegen ganz schön daneben. Darüber können weder alltagspsychologische Plattitüden noch die geringen anatomischen Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirn hinwegtäuschen.

Wie die evolutionäre Psychologie das Verhältnis von Männer- und Frauengehirn beurteilt, erläuter Karl Grammer, Professor für Humanethologie am der Universität Wien und Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadtethologie. In seinem Vortrag präsentiert Grammer aktuelle Forschungsergebnisse, die das komplizierte Spannungsfeld Mann-Frau um eine neue, interessante Variante bereichern.
Demnach handelt es sich bei Männern und Frauen um zwei Reproduktionssysteme, die angesichts von unterschiedlichen Anforderungen und Alltagsproblemen im Laufe der Evolution jeweils verschiedene Denkstrategien entwickelt und verfeinert haben. Tatsächlich, so Grammer, lässt sich zeigen, dass Frauen und Männer bei der Problemlösung verschieden vorgehen, und dass diese Strategien von der frühen hormonellen Umwelt abhängen. Neben dem genetischen Geschlecht und dem Körpergeschlecht gibt es damit ein Gehirngeschlecht, das indes nicht unbedingt an männliche und weibliche Körper gebunden ist.

Mehr erfahren Sie beim Eröffnungsvortrag des diesjährigen Symposiums turmdersinne am Freitag, 1. Oktober 2010, 19.30 Uhr. Auch die beiden Folgetage der Veranstaltung, Samstag, 2. und Sonntag,  3. Oktober 2010, widmen sich dem Thema Geschlechterdifferenz und Neurowissenschaft. Unter dem Titel "Mann, Frau, Gehirn" referienen renommierte Wissenschaftler die aktuellen Erkenntnisse über das vielschichtige Verhältnis der Geschlechter.

Ort. Hotel Maritim, Frauentorgraben 11, 90443 Nürnberg.
Information und Kartenvorverkauf http://www.turmdersinne.de/

Freitag, 27. August 2010

Parkinson-Doku "Shaken" mit deutschen Untertiteln


Eine Filmpremiere präsentiert der turmdersinne am Freitag, 10. September 2010 im Meridien Grand Hotel, Nürnberg. Erstmals wird die preisgekrönte amerikanische Doku "Shaken" mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Das Thema: Parkinson. Alle neun Minuten stellen Ärzte irgendwo auf der Welt bei einem Patienten die heimtückische Nervenerkrankung fest. Auch der US-Amerikaner Paul Schroeder gehört zu den Betroffenen. Er ist bei der Diagnose erst 33 Jahre alt. Trotz intensiver medikamentöser Behandlung verschlechtert sich Pauls Zustand zunehmend, bis er sich zu einer Operation entschließt, der so genannten Tiefenhirnstimulation. Während der Patient bei Bewusstsein ist, werden Elektroden in sein Gehirn implantiert, die mit einem Impulsgeber unter seinem Schlüsselbein verbunden sind. Umgangssprachlich auch „Hirnschrittmacher“ genannt, sollen die Elektroden eine effizientere Befehlsübertragung vom Gehirn zu den Muskeln gewährleisten und Pauls Bewegungsstörungen verbessern. Wie erlebt Paul den Eingriff? Und erfüllen sich seine Hoffnungen auf Besserung? Vieles ist ungewiss. Denn nicht einmal Wissenschaftler wissen, wie die Methode im Einzelnen funktioniert.

Die Filmemacherin Deborah Fryer begleitet in dem preisgekrönten Dokumentarfilm "Shaken: Journey into the mind of a Parkinson's Patient" (2007) Pauls Leben vor und nach dem Eingriff. Sie zeigt, wie er bestimmte motorische Fähigkeiten wiedererlangt und wieder lächeln kann. Aber eine Infektion droht die Erfolge wieder zunichte zu machen. 

Präsentiert wird der Film vom turmdersinne in enger Kooperation mit dem Brain Modulation Summit. Nach der Begrüßung um 19:30 Uhr führt Dr. Stefan Dietrich von der Universität Erlangen-Nürnberg in Anwendung und Wirkungsweise der Tiefenhirnstimulation ein. Der Film "Shaken" beginnt um 20:15 Uhr.
Der Eintritt ist frei, die Veranstalter freuen sich über Spenden.
Ort: Le Méridien Grand Hotel, Richard Wagner Saal, Bahnhofstraße 1-3, Nürnberg.

Dienstag, 22. Juni 2010

Japanisches TV zu Gast im turmdersinne!

In der vergangen Woche besuchte ein Fernsehteam der japanischen TV-Doku-Serie
"New art in Europe!" den turmdersinne um einen Beitrag zum Thema 3-D-Kunst aufzunehmen.
Moderiert wird die Folge dieser Sendung von der japanischen TV-Persönlichkeit, Schauspielerin und Sängerin Becky (Link zu ihrer japanischen Hompage).
Gefilmt wurden der Ames-Raum des Museums und der Beuchet-Stuhl unserer Wanderaustellung.

Hier zwei Fotos von Becky, der Filmcrew und unserem
Mitarbeiter:

Mittwoch, 16. Juni 2010

Zum Tod von Sir Richard Gregory



Am 17. Mai 2010 verstarb Sir Richard Gregory, einer der „Päpste“ der Wahrnehmungsforschung, im Alter von 86 Jahren. Ein Nachruf vom Biologen und Wahrnehmungsforscher Dr. Rainer Wolf.


Als Mitglied der Royal Society of Arts, Professor für Neuropsychologie und Leiter des Brain and Perception Laboratory war Sir Richard eng verbunden mit der Universität Bristol, wo er 1978 das erste Hands-on-Science-Center in England gründete. Sein Lebenswerk ist so umfangreich, dass hier nur die wichtigsten Aspekte seines Schaffens genannt seien.

Schon seine Vorlesungsthemen waren weit gespannt: experimentelle Psychologie, Wahrnehmung, die wissenschaftliche Methodik, Kybernetik – er hielt sogar einen Spezialkurs mit Experimenten für Philosophen. Nebenbei erfand Richard Gregory wissenschaftliche Instrumente und versuchte, evolutionär bewährte Algorithmen auf Maschinen mit künstlicher Intelligenz zu übertragen – gestützt auf seine Erkenntnis, dass unsere Wahrnehmungen Hypothesen des Gehirns sind. 1967 und 1968 hielt er die legendären Christmas Lectures, die unter dem Titel „The Intelligent Eye“ im Fernsehen ausgestrahlt und 1970 gedruckt wurden. 1970-73 organisierte er eine Einrichtung zur Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Er beriet auch das Science Center in Wolfsburg, war Gründer und Herausgeber der Zeitschrift Perception und Mitherausgeber der wichtigsten wissenschaftlicher Zeitschriften wie Quarterly Journal of Experimental Psychology, Behavioural and Brain Sciences und Spatial Vision.

Die wichtigsten seiner Bücher: "Eye and Brain: The Psychology of Seeing" (1966), in zwölf Sprachen übersetzt, dt. "Auge und Gehirn. Die Psychologie des Sehens" (2001); und „The Intelligent Eye“ (1970), in sechs Sprachen übersetzt. Zusammen mit Roland Penrose und Ernst Gombrich schrieb er das Buch „Illusion in Nature and Art“, 1987 publizierte er als Herausgeber den "Oxford Companion to the Mind", in drei Sprachen übersetzt. 1992 gab er das Buch „Evolution of the Eye and Visual System“ heraus, 1988 „Odd Perceptions“, in dem er auch seine Entdeckung schildert, dass der kleine Krebs Copilia quadrata mit seinem primitiven, aber höchst beweglichen Auge die Umgebung abscannt und daraus ein brauchbares Bild integriert. In seinem letzten Buch „Seeing through Illusions“ (2009) hat er versucht, Wahrnehmungstäuschungen zu klassifizieren und systematisch einzuordnen.

Noch im August 2009 war er aktiver Teilnehmer der ECVP in Regensburg und ließ auch nicht das Vorsymposium in Lingelbachs Scheune in Leinroden aus, wo das beigefügte Foto entstand. Wer Richard Gregory und seine Offenheit gegenüber neuen Ideen kennen gelernt hat, wird ihn nicht vergessen.

Rainer Wolf, Würzburg

Freitag, 4. Juni 2010

Lesetipp: Skeptiker 2/10

Dass uns Wahrnehmung und Denken manchmal ganz gehörig in die Irre führen, können die Besucher im Museums turmdersinne am eigenen Leib erleben.

Wie weit Illusionen und Denk-Irrtümer das Bild von der Welt beeinflussen können, zeigt auch dies: Viele Menschen vertrauen ihren Vorahnungen, sind überzeugt von Hellsehen, Gedankenlesen und übernatürlichen Kräften. Aber nicht etwa, weil diese Phänomene wissenschaftlich belegt wären. Sind sie nämlich nicht, ganz im Gegenteil.

Aber warum glauben dann so viele Menschen daran?

Dieser Frage geht die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift SKEPTIKER nach. Herausgegeben von der gemeinnützigen GWUP, klopft der SKEPTIKER viermal jährlich außergewöhnliche Behauptungen nach ihrem wissenschaftlichen Gehalt ab. In Ausgabe 2/10 erläutern Psychologen den Stand der Forschung über Gründe für den Glauben an Psi & Co.

Einer von ihnen ist Prof. Wolfgang Hell von der Universität Münster, der u. a. beim Symposium turmdersinne 2005 referierte. Wie Hell in seinem Beitrag zeigt, kennen Psychologen eine ganze Reihe von Unterschieden zwischen Psi-Gläubigen (von Forschern auch "Schafe" genannt) und Nicht-Gläubigen (sog. "Ziegen"). So sind Schafe besser in der Lage, unterschwellige Wahrnehmungen zu nutzen - also solche, die zu kurz oder zu schwach sind, um bewusst wahrgenommen zu werden. Dies zeigt ein Experiment zum Kartenraten am Computer. Dabei sollten die Probanden erraten, welches von fünf einfachen Symbolen als nächstes auf dem Monitor erscheint. Wurde vorher für einen winzigen Sekundenbruchteil die richtige Vorderseite eingeblendet, rieten die Schafe besser - obwohl sie das Aufblitzen des Bildes nur unbewusst wahrgenommen hatten.

"Schafe machen solche Erfahrungen nicht nur im Labor, sondern auch im
Leben.",

schreibt Wolfgang Hell,

"Sie haben oft ein unbestimmtes 'Gefühl' und die Erfahrung gemacht, das es sich
lohnt, diesem Gefühl zu vertrauen. Dass sie unter solchen Umständen dazu neigen,
übersinnliche Fähigkeiten als die Quelle des Gefühls zu betrachten, weil ihnen
die ganz normale sensorische Quelle des Gefühls (...) verborgen bleibt, ist kein
Wunder."


Gedanken kann man nicht wie materielle Gegenstände hin- und hertransportieren. Wer dies dennoch glaubt, vermischt grundlegende Kategorien der Welt. Auf genau solche Vermischungen führen Prof. Marjaana Lindeman und Dr. Kia Aarnio magisches Denken, Aberglauben und paranormale Überzeugung zurück. Beispiele: mentale Inhalte wie Gedanken können von einem Ort zum anderen wandern (Telepathie), sie sind in der Lage, materielle Objekte zu bewegen (Telekinese) usw. Die Studie der beiden finnischen Psychologinnen ist ebenfalls im SKEPTIKER nachzulesen, dazu eine teilweise Wiederholung durch ihre Fachkollegen Mario Iskenius, Jan Cwik und Dr. Günter Molz von der Universität Wuppertal.


In weiteren Beiträgen geht es um die ägyptischen Pyramiden, um Biorhythmen und berechtigte Zweifel an der "wundersamen Marienerscheinung" von Fatima. Außerdem im Heft: Viele aktuelle Meldungen und Lesetipps.



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Freitag, 7. Mai 2010

Vortrag: Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Freitag, 07.05.2010, Saalbau Bornheim, Arnsburger Straße 24, 60385 Frankfurt
Eintritt: 6 EUR (ermäßigt 3 EUR)
Eine Veranstaltung der Säkularen Humanisten Rhein-Main.

Samstag, 08.05.2010, Dalberghaus, N 3, 4, Mannheim
Eintritt 7 EUR (bei Voranmeldung per Mail 6 EUR, erm. 6 EUR
Eine Veranstaltung der Säkularen Humanisten Rhein-Neckar und des Bund für Geistesfreiheit Rhein-Neckar.

Ein Grundprinzip der Wahrnehmungsforschung lautet: Wahrnehmung ist ein aktiver Prozess. Erfahrungen, Erwartungen und "Vor-Urteile" sind an diesem Prozess beteiligt. Somit bestimmt das, was wir über die Welt bereits wissen oder zu wissen glauben, unser Wahrnehmungsergebnis. Wie Wahrnehmung funktioniert (und wie nicht), welche Leistungen unser Gehirn dabei tagtäglich – oft unwillkürlich – vollbringt und wo die Grenzen der Wahrnehmung liegen: all das zeigt Dr. Rainer Rosenzweig in seinem Vortrag. Unter dem Titel "Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Grenzen unserer Wahrnehmung" präsentiert der Wahrnehmungspsychologe und Geschäftsführer des turmdersinne verblüffender Wahrnehmungsphänomene und zeigt: Erst die Erkenntnis scheinbarer "Fehlfunktionen" unserer Wahrnehmung ermöglicht eine sinnvolle Einordnung und Deutung von Erfahrungen, die wir "am eigenen Leib" erlebt haben, und deren Relevanz für die Bildung unseres Weltbildes. Daher das Motto: "Eine der bedeutendsten Erfahrungen im Leben eines Menschen ist das Erlebnis, dass wir uns täuschen können." Und seit einigen Jahren müssen wir miterleben: "Fundamentalisten sind Menschen, denen diese Erfahrung fehlt."

Freitag, 30. April 2010

Wie das Hirn seine Schwächen ausgleicht

In einem Aufsatz in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Science haben Thomas Grüter und Claus-Christian Carbon (1) von der Universität Bamberg untersucht, warum bestimmte Teilleistungsschwächen des Gehirns bisher nicht erkannt wurden. Dazu ein Beispiel:

Die erbliche Form der angeborenen Prosopagnosie (2) (Erkennungsschwäche für Gesichter, plakativ auch Gesichtsblindheit genannt) ist in Deutschland sehr verbreitet, etwa 2,5% der Bevölkerung leiden unter diesem Problem. Die Betroffenen können andere Menschen nur sehr schwer an ihren Gesichtern erkennen und sie können sich auch neue Gesichter nicht gut merken. Obwohl allein in Deutschland ca. 2 Millionen Betroffene leben, galt die Störung bis zu den Arbeiten von Martina und Thomas Grüter (3) als ausgesprochen selten.

Wie ist es möglich, dass eine solche Wahrnehmungsschwäche, die immerhin deutliche soziale Folgen haben kann, so lange unerkannt geblieben ist?

Wir leben in einer Zeit, in der Wahrnehmungs- und Leistungstests selbstverständlich sind. Die meisten Menschen haben irgendwann ihren Intelligenzquotienten bestimmen lassen. Wer seinen Führerschein machen will, muss vorher seine Farbsehfähigkeit überprüfen lassen. Aber offenbar können diese Tests einige Teilleistungsschwächen nicht hinreichend diagnostizieren.
Das Gehirn verarbeitet die Flut von ständig hereinkommenden Sinneswahrnehmungen modular, das heißt, verschiedene Bereiche filtern, sammeln und kombinieren die Daten auf jeweils spezifische Weise. Wenn eines dieser Module gestört ist, können andere seine Aufgaben teilweise übernehmen und so für einen Ausgleich sorgen. Nur wenn eine Gruppe von Menschen eine Aufgabe auf eine ganz bestimmte, immer gleiche Weise lernt und ausführt, wird der Ausgleich einer punktuellen Schwäche deutlich schwieriger. Dann fällt eine Wahrnehmungs- oder Verarbeitungsschwäche unweigerlich auf. Dies gilt beispielsweise für eine Dyslexie (Legasthenie oder Leseschwäche).

In einer weitgehend analphabetischen Stammesgesellschaft würde dieses Problem wahrscheinlich nie bemerkt werden, wohl aber eine Schwäche, die verhindert, dass jemand Speerwerfen oder Bogenschießen lernt.

Menschen versuchen, peinliche Leistungsschwächen so gut es geht zu verbergen. Wer Gesichter nicht gut erkennt, wird sich eine ganze Reihe von Ausreden bereitlegen, die erklären sollen, warum er an einem Bekannten einfach vorbei gelaufen ist. Zusätzlich wird er versuchen, andere Erkennungsmerkmale wie Stimme oder Figur zu Hilfe zu nehmen. Weil die eigentlich sozial wichtige Aufgabe nicht Gesichts-, sondern Personen-Erkennung heißt, können die Betroffenen den Ausfall der Gesichtserkennung teilweise ausgleichen.

Ganz allgemein erzielen Menschen mit einer Teilleistungsschwäche unter bestimmten, aber meist nicht allen Umständen eine ausreichende Gesamtleistung. Dabei verändert sich jedoch ihr Verhalten, denn sie bewältigen die Aufgabe anders als die meisten übrigen Menschen. Für eine korrekte Diagnose ist deshalb die Verhaltensänderung wichtiger als die Feststellung einer eventuell reduzierten Erkennungsleistung.

Nahezu alle kognitiven Fähigkeiten sind trainierbar. Ob eine nicht entwickelte Fähigkeit gestört ist, zeigt sich eventuell erst, wenn sie sich durch Training nicht steigern lässt. Das gilt auch für psychologische Tests aller Art. Beispielsweise ist der Intelligenzquotient keineswegs eine unveränderliche Kennzahl des Gehirns. Entsprechend lassen sich durch Wiederholungen von Intelligenztests substantielle Verbesserungen des Ergebnisses erzielen.

Bei Eingangs- und Eignungstests sind Trainingseffekte unerwünscht, weil sie das Ergebnis verzerren. Die Lernfähigkeit und Flexibilität des Gehirns sollen deshalb bei diesen Tests möglichst wenig berücksichtigt werden. Psychologische Eignungstests neigen deshalb dazu, einen zufälligen Trainingszustand zu ermitteln, geben aber keine Auskunft über individuelle Lernfähigkeit, das Entwicklungspotential. Oft ist es wichtiger, dieses Potential aufzuspüren, als festzustellen, welchen Wert eine Person bei der ersten Testung erreicht.
Viele Arbeitgeber möchten schließlich gerne wissen, ob ein Kandidat schnell neue Aufgabenfelder erlernt und auf Probleme flexibel reagiert.

Wenn diese Faktoren in Zukunft stärker beachtet werden, dürfen wir damit rechen, schon bald weitere Teilleistungsschwächen aufzuspüren und sie wissenschaftlich zu untersuchen. Es könnte sein, dass die Bandbreite der Leistungen einzelner Module im Gehirn sehr viel größer ist als bisher angenommen, dass aber eine angeborene Schwäche einzelner Bereiche im Laufe der Entwicklung weitgehend ausgeglichen werden kann.

Verbesserte Verfahren zur Evaluierung der Lernfähigkeit des Gehirns könnten dazu beitragen, den von einer Teilleistungsschwäche Betroffenen gezieltere Hilfe zukommen zu lassen. Außerdem versprechen sie spannende neue Erkenntnisse über Funktionsweise, Dynamik und Strukturen des Gehirns.



(1) Thomas Grüter und Claus-Christian Carbon: Escaping Attention. Science 328, 435-436 (2010).

(2) Thomas Grüter, Martina Grüter, Claus-Christian Carbon, Neural and genetic foundations of face recognition and prosopagnosia, Journal of Neuropsychology 2, 79–97 (2008).

(3) Martina Grüter, Thomas Grüter, Vaughan Bell, Jürgen Horst, Wolfgang Laskowski, Karl Sperling, Peter W. Halligan, Hadyn D. Ellis and Ingo Kennerknecht: Hereditary Prosopagnosia: the First Case Series. Cortex 43, 734-749 (2007).

Samstag, 27. März 2010

brainWEEK-Nachlese

Sechs Veranstaltungen und drei zusätzliche Termine wegen der großen Nachfrage - diese erfolgreiche Bilanz der brainWEEK 2010 zieht der turmdersinne.





Staunen mit Thomas Fraps und Prof. Stuart Anstis (v. l.): Der Wahrnehmungpsychologe Anstis präsentiert einige verblüffende Erkenntnisse seiner Forschungen.



Thomas Fraps kennt sich als Physiker bestens mit Logik aus...




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... die er als Zauberkünstler mit Bravour außer Kraft setzt.





Mittwoch, 17. März 2010

Zusatztermine brainWEEK

Wegen der großen Nachfrage hat das Team des turmdersinne das Veranstaltungsangebot im Rahmen der brainWEEK erweitert. Alle Daten im Überblick:


Schulveranstaltung zum Thema Depression, Casablanca Filmkunstheater, Nürnberg, Eintritt 3,50 €

  • Mi., 16.03.2010, 9.30 Uhr: noch Plätze für Einzelbesucher frei
  • Zusatztermin Do., 17.03.2010, 9.30 Uhr: noch Plätze für Einzelbesucher frei

Zauberworkshop "Täuschungskunst", Museum turmdersinne, Nürnberg, Eintritt: 19,- €/15,- €

  • Mi., 24.03.2010, 18.30 Uhr : ausverkauft
  • Zusatztermin: Mi., 7.4., 18.30 Uhr: Noch Plätze frei

"Science meets Comedy", Nicolaus-Copernicus-Planetarium, Nürnberg

  • Fr., 19.03.2010: ausverkauft

Seminar with perception scientist Stuart Anstis, Museum turmdersinne, Nürnberg, Eintritt 12,- €/9,- €

  • 20.03.2010: noch Plätze frei

Information und Anmeldung für alle Veranstaltungen: info@turmdersinne.de, Tel. 0911-9443281

Sonntag, 14. März 2010

Zwei Kurzfilme zum Thema Demenz



Unfassbares geht vor sich, ist Frau Mauerhoff überzeugt. Die alte Dame irrt durch ein Labyrinth von unbekannten Gängen. Krankenschwestern behaupten, dass sie hier wohnt. Aber ihr angebliches Zimmer hat sie noch nie gesehen. Da muss doch eine Verschwörung im Gange sein!
Frau Mauerhoff weiß nicht, dass sie allmählich das Gedächtnis verliert und als Demenzpatientin in einem Heim wohnt. Die Filmemacherin Marion Kainz hat Frau Mauerhoff vier Monate lang mit der Kamera begleitet. "Der Tag, der in der Handtasche verschwand" ist ein Dokumentarfilm im Stil des "direct cinema", der den Zuschauer unmittelbar in das Erleben der Demenzpatientin einbezieht. Neben anderen Auszeichnungen erhielt der Film 2002 den Adolf-Grimme-Preis.

Filmpreise gab es auch für "Kriegerstock", der sich ebenfalls mit dem Thema Demenz beschäftigt. Der Spielfilm erzählt die Geschichte der Künstlerin Astrid, die sich mit den endlosen Monologen ihres demenzkranken Vaters auseinandersetzen muss. Ihre Arbeit bleibt darüber erst mal liegen. Doch als es ihr gelingt, sich auf auf seine Geschichten und Erinnerungen einzulassen, kommen sich die beiden näher und Astrid findet in seinen Erzählungen die Anregung zu einem neuen Comic.
"Kriegerstock" ist die Abschlussarbeit des Kölner Filmschul-Absolventen Joseph Lippok und wurde inspiriert von Astrid Raimanns (ASRA) gleichnamiger Graphic Novel.

Die Kurzfilme "Der Tag, der in der Handtasche verschwand" (2000) und "Kriegerstock" (2009) werden Dienstag und Mittwoch, 16. und 17. März 2010, ab 19.30 Uhr im Casablanca Filmkunsttheater gezeigt. Am Dienstag haben die Zuschauer nach der Vorführung Gelegenheit zum Gespräch mit Professor Frank Erbguth und anderen Fachleuten der Neurologischen Klinik Nürnberg.

Die Veranstaltungen finden im Rahmen der Internationalen Woche des Gehirns brainWEEK statt.

Eintritt 6,50 Euro/erm. 5,- Euro.

Mittwoch, 10. März 2010

NEUER TERMIN ZAUBERWORKSHOP!

Achtung!

NEUER TERMIN für den ZAUBERWORKSHOP mit Werner Fleischer!!

Mittwoch, 24.03.2010 - 18:30


Samstag, 6. März 2010

Zauberworkshop im turmdersinne

Zauberprofi Werner Fleischer ist galant, hat flinke Finger und er kann Gedanken lesen. Manchmal ist er sogar entwaffnend ehrlich. Dann gesteht er beispielsweise: "Was Sie hier sehen, hat mit Zauberkunst nichts zu tun. Bei mir erleben Sie den knallharten Beschiss." Denn anders als seine Kollegen lässt sich Werner Fleischer beim Zaubern gern auf die Finger sehen.

Wer schon immer einmal hinter die Kulissen der Bühnenmagie schauen wollte, ist also bei Werner Fleischers Workshops genau richtig. Dort zeigt der Täuschungskünstler, wie Zauberprofis die Wahrnehmung des Publikums mit Blicken, vertrauten Gesten und geschickter Wortwahl lenkt. Die Teilnehmer erfahren die seltene Gunst, dem Zauberer auf die Hände bzw. in die Karten zu sehen und Griffe in Zeitlupe zu verfolgen. Am Ende des Workshops sind sie selbst in der Lage, andere trickreich zu verblüffen!

Der nächste Workshop "Täuschungskunst" findet im Rahmen der Internationalen Woche des Gehirns brainWEEK am Mittwoch, 17. März 2010 im Museum turmdersinne statt.
Die Veranstaltung beginnt um 18.30 Uhr, Eintritt: 19,- Euro/erm. 15,- Euro.
Verbindliche Anmeldung erforderlich, Tel. 0911/9443281, E-Mail: info@turmdersinne.de.


Zum Weiterlesen:

  • Der magische Schein des Betrugs.
    turmdersinne-Museumsleiterin Claudia Gorr schreibt in der Zeitschrift SKEPTIKER 3-4/2007 über ihre Erfahrungen mit Werner Fleischers Täuschungskunst.

Mittwoch, 24. Februar 2010

Herzlich willkommen



... auf dem Blog des turmdersinne!

Können wir unseren Sinnen wirklich trauen? Im interaktiven Erlebnismuseum turmdersinne kommen die Besucher ins Staunen. Denn das Gehirn bildet die Welt nicht einfach ab, sondern deutet sie für uns.

Ab jetzt finden Sie an dieser Stelle regelmäßig aktuelle Informationen zu Veranstaltungen und anderen Terminen, außerdem die neuesten Meldungen aus der Hirn- und Wahrnehmungsforschung. Das Team des turmdersinne freut sich auf Ihren Besuch!

Turm der Sinne auf der brainWEEK

Wissenschaft sollte Spaß machen!

Sagt jedenfalls Professor Stuart Anstis, und der muss es wissen. Der renommierte Wahrnehmungspsychologe war Doktorand bei dem Forscher-Pionier David Gregory. Heute erforscht Anstis an der Universität von San Diego visuelle Wahrnehmungsphänomene und schreckt auch vor Selbstversuchen nicht zurück. So trug er tagelang eine helligkeitsumkehrende Videobrille, die die Umwelt wie einen Negativ-Film erscheinen ließ.

Wer Stuart Anstis live erleben will, sollte sich den 20. März 2010 vormerken. Dann steht im Nürnberger Planetarium die dritte Auflage des erfolgreichen Formats "Science meets Comedy" auf dem Programm. Anstis zeigt selbst entworfene, verblüffende Wahrnehmungstäuschungen und plaudert aus dem Wissenschaftler-Alltag. Und zwar auf Englisch. Die, sagen wir: kreative Simultan-Übersetzung übernimmt der gleichfalls nicht ganz unbekannte Physiker, Stand-up-Comedian und Zauberkünstler Thomas Fraps.
Eintritt 12 Euro/ erm. 9 Euro. Kartenreservierung empfohlen!

"Science meets Comedy" ist das Highlight der Internationalen Woche des Gehirns brainWEEK in Nürnberg. Vom 15.-21. März 2010 veranstaltet der turmdersinne in diesem Rahmen eine ganze Reihe von Veranstaltungen rund um unser Denkorgan. Auf dem Programm stehen Vorträge, Workshops, Filme und vieles mehr.
Es geht um aktuelle Forschungsergebnisse, um die Tricks der Zauberkünstler, aber auch um Erkrankungen wie Demenz und Depression. Und bei Führungen durch die interaktive Erlebnisausstellung turmdersinne erfahren die Besucher am eigenen Leibe, wie leicht sich das Gehirn hinters Licht führen lässt.
Übrigens: Als besonderes Bonbon veranstaltet Stuart Anstis am 20. März ein Seminar zum Thema visuelle Wahrnehmung. Die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
Verbindliche Anmeldung erforderlich.

Karten und Anmeldung für beide Veranstaltungen: info@turmdersinne.de, Tel. 0911-9443281.
Das Programm und weitere Informationen zur brainWEEK finden Sie hier.