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Sonntag, 21. August 2016

Außer Sinnen: David Bardens


Der Mediziner Dr. David Bardens wurde durch den aufsehenerregenden "Masernprozess" bekannt. Im Mai 2016 stand er bei der Veranstaltungsreihe "Außer Sinnen" auf der Bühne und schluckte eine Überdosis Zyankali - homöopathisch verdünnt.

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Sonntag, 24. Juli 2016

Außer Sinnen: Verschwörungstheorien


Ob Nazi-Flugscheiben, reptiloide Politiker oder amerikanische Sprengsätze in den WTC-Türmen: absurde Behauptungen sind in unzähligen Verschwörungstheorien zu finden. Zu unsinnig, um daran zu glauben? Nicht unbedingt, sagt der Bamberger Psychologe Marius Raab.

Es spricht im Gegenteil einiges dafür, dass Menschen ihre individuelle Verschwörungstheorie aus verschiedenen Erzähl-Elementen zusammensetzen - und dass gerade der Kontakt mit absurden Details der individuelle Version einer Verschwörungstheorie einen stärker konspirativen Charakter verleiht, während offizielle Statements dabei ausgeblendet werden.

In einer Studie hat Raab mit Kollegen genau dies anhand eines Versuchs gezeigt. Ihr Fazit:
Eine Verschwörungstheorie birgt vielerlei Gefahren: Die komplexe und ankedotische Argumentation immunisiert gegen eine Widerlegung. Extreme Elemente ziehen die Aufmerksamkeit auf sich, polarisieren die Debatte und können die individuellen Erklärungskonstrukte einzelner Menschen in RichtungVerschwörung verändern. Zusammengefasst, stellt der Ruch des Seltsamen gerade keinen Schwachpunkt derartiger Theorien dar, sondern vielmehr einen wesentlichen Bestandteil, von dem ihre Überzeugungskraft abhängt.
Mehr dazu erklärt Marius Raab am Dienstag, 26. Juli 2016, in der letzten diesjährigen Veranstaltung der Reihe "Außer Sinnen".

Dienstag, 26. Juli 2016
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Außer Sinnen:
Marius Raab: Verschwörungstheorien - sinnstiftende Sagen oder unsagbarer Unsinn?
Eintritt. 7,- € (erm.: 5,- €)
Buchung über BZ Nürnberg, Kurs 00935
#AußerSinnen

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Raab, M. H.; Auer, N.; Ortlieb, Stefan A.; Carbon, C. C.: The Sarrazin effect. The presence of absurd statements in conspiracy theories makes canonical information less plausible. Frontiers in Personality Science and Individual Differences, 4. doi: 10.3389/fpsyg.2013.00453.

Samstag, 23. Juli 2016

Symposium 2016: Frühbucherrabatt nutzen!

Nur noch wenige Tage: Wer den Frühbucherrabatt nutzt und sich bis 31. Juli zum Symposium turmdersinne 2016 anmeldet, spart bares Geld.

Zum diesjährigen Thema Motivation konnten die Organisatoren sowohl renommierte Forscherpersönlichkeiten und vielversprechende Nachwuchswissenschaftler gewinnen. Zu ihnen gehört auch die Psychologin Bettina Schwörer von der Universität Hamburg, die gemeinsam mit Prof. Gabriele Oettingen die Rolle von Zukunftsträumereien für unsere Erfolge untersucht hat.
Bettina Schwörer
Ein Beispiel: Wer hätte nicht gern einen tollen Abschluss mit Supernote? Wenn du es wirklich willst, dann schaffst du es auch - behaupten jedenfalls unzählige Motivationsgurus. Doch so ermutigend solche Sprüche zunächst klingen mögen - sie nähren nur die Versagensgefühle, wenn ich statt zu lernen lieber mit Freunden unterwegs war oder mal wieder einen Nachmittag am Computer vertrödelt habe. Wenn dann noch die Prüfung danebengeht, ist die Enttäuschung groß.

Dieses Scheitern ist leider vorprogrammiert. Was wir aus leidvoller Erfahrung wissen, haben Studien bestätigt: Positives Denken allein bringt uns unseren Wünschen nicht näher. Denn zum Erreichen unserer Ziele müssen wir Widrigkeiten überwinden, und dafür benötigen wir eine gute Strategie.

An genau dieser Stelle setzt Oettingens  "WOOP"-Modell ein, das Bettina Schwörer in ihrem Vortrag vorstellt. WOOP, das steht für Wish - Outcome - Obstacle - Plan (Wunsch - Resultat - Hindernis - Plan) und funktioniert so: Führen Sie sich zunächst Ihren konkreten Wunsch vor Augen. In unserem Beispiel: Sie lernen regelmäßig und effizient. Das Resultat: In der Prüfung beantworten Sie jede Frage souverän und korrekt. Doch vergessen Sie nicht, sich im zweiten Schritt die Hindernisse auf dem Weg dorthin zu vergegenwärtigen. Was hält Sie vom Lernen ab, dass Sie sich so bereitwillig blenken lassen? Hier kann ein eigener Zeitplan ganz hilfreich sein.

Mehr erfahren Sie beim Symposium turmdersinne

Symposium turmdersinne 2016
Was treibt uns an?
Motivation und Frustration aus Sicht der Hirnforschung
30. September bis 2. Oktober 2016, Stadthalle Fürth
Anmeldung
 #Symp2016

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Samstag, 16. Juli 2016

Symposium 2016: Motivation durch verpasste Frist



Kennen Sie das auch? Hier ein Projekt, da ein Termin und dann noch eine Frist versäumt - nur, weil Sie so viel zu tun haben. Dann sind Sie vielleicht auf dem besten Weg zum ultimativen Motivations-Schub. Sofern Sie nicht sich selbst die Schuld an der Verspätung geben.

Das behauptet zumindest das Forscherteam um Keith Wilcox von der Columbia University. Sie kommen in einer neuen Studie zu folgendem Fazit: Wer sich selbst als vielbeschäftigt einschätzt, ist nach einer versäumten Frist motivierter, die Aufgabe zu beenden, als jemand, der sich wenig beschäftigt fühlt. Den Grund sehen die Wissenschaftler darin, dass die Vielbeschäftigten zufriedener mit ihrem Zeitmanagement seien, weshalb sie eine überzogene Deadline nicht als persönliches Versagen werteten. 
Dieser Unterschied in der Motivation wirkt sich offenbar auch auf die Arbeitsgeschwindigkeit aus. So belegen die Daten einer Task-Management-App, dass vielbeschäftigte User ihre Aufgabe nach Verstreichen einer Frist rascher fertigstellen als wenig beschäftigte. 
A propos Frist: Noch bis 31. Juli gilt bei der Anmeldung zum Symposium der günstige Frühbucherrabatt. Sichern Sie sich jetzt Ihre Tickets und seien Sie dabei, wenn renommierte Expertinnen und Experten weitere aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema Motivation präsentieren!
 
Symposium turmdersinne 2016
Was treibt uns an? Motivation und Frustration aus Sicht der Hirnforschung
30. September bis 2. Oktober 2016, Stadthalle Fürth
 Anmeldung   
#Symp2016 

Text: Inge Hüsgen 
Foto: shutterstock/Stokkete


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Sonntag, 10. Juli 2016

Außer Sinnen: Lügen und Betrügen

Dr. Roland Pfister
Frank Abagnale ist 16, als er seine ersten Schecks fälscht. Später düst er dank einer erfundenen Geschichte kostenlos mit dem Flugzeug durch die ganze Welt. Und er bewirbt sich ohne Studium erfolgreich um eine Stelle als Oberarzt - ein überzeugendes Auftreten und ein paar Imponiervokabeln aus Krankenhausserien im Fernsehen genügen.

Bekannt wurde die Lebensgeschichte des Hochstaplers Frank Abagnale durch den Hollywood-Streifen "Catch Me If You Can" (2002) mit Leonardo di Caprio. Doch wie kommt man solchen geschickten Lügnern auf die Schliche? Und was passiert beim Flunkern eigentlich im Gehirn? Mit solchen Fragen beschäftigen sich Psychologen wie Dr. Roland Pfister von der Uni Würzburg.

So hat Pfister gemeinsam mit Anna Foerster und Wilfried Kunde per EEG die Hirnaktivität beim Flunkern untersucht. Ihre Augabe war es, einem virtuellen Polizeibeamten Auskunft über die Position eines Messers zu geben. Für eine unwahre Aussage brauchten sie einige Millisekunden länger, als wenn sie die Wahrheit sagten - auch dann, wenn sie vor jedem Durchgang ankündigten, ob ihre nächste Aussage wahr oder gelogen sein würde. Dies bestätigt, dass Lügen mehr kognitive Ressourcen beansprucht, als wenn wir die Wahrheit sagen.

Angesichts so deutlicher Unterschiede müsste es doch ganz einfach sein, einen Lügner auf frischer Tat zu ertappen, oder? Wie wir wissen, klappt das in manchen Fällen auch. Doch einige Schwindler kommen immer wieder mit den wildesten Geschichten durch - nicht nur auf der Kinoleinwand. Wie sich erfolgreiche Lügner von anderen unterscheiden, verrät Roland Pfister am Dienstag, 12. Juli, auf seinem Vortrag der Reihe "Außer Sinnen".

Noch sind Karten erhältlich. Ehrlich!

Dienstag, 12. Juli 2016, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Außer Sinnen:
Dr. Roland Pfister: Lügen und Betrügen - eine Gebrauchsanweisung
 Eintritt. 7,- € (erm.: 5,- €)
Buchung über BZ Nürnberg, Kurs 00934
#AußerSinnen

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Samstag, 2. Juli 2016

Symposium 2016: Motivation zum Mobbing


Eine große Portion Motivation, wer wünscht sich das nicht? Sie treibt uns zu Top-Leistungen und spornt uns an, die Welt ein bisschen besser zu machen - vorausgesetzt, das Belohnungssystem im Gehirn spielt mit. Doch dieselben Mechanismen lösen auch aggressives Verhalten aus, wie es unter dem Schlagwort Mobbing zunehmend als gesellschaftliches Problem erkannt wird. Die Suche nach Lösungsansätzen dauert indes an.

Amerikanischen Wissenschaftlern ist es nun gelungen, den Grad von Aggression durch Hightech-Methoden zu beeinflussen - zumindest bei Mäusen. Die Untersuchung der Icahn School of Medicine (Mount Sinai, New York City) ist im Fachjournal Nature erschienen.
Die Studie belegt erstmals einen Belohnungsmechanismus im Gehirn, der Mobbing für bestimmte Individuen attraktiv macht, 
fasst der Neurowissenschaftler Scott Russo das Ergebnis zusammen. 
Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass sich durch Manipulation dieser Neuronenverbindungen die Aktivität der Hirnzellen und damit das Aggressionsverhalten verändern lässt.
In ihrem Versuch konfrontierten die Forscher erwachsene männliche Mäuse mit jüngeren, rangniederen Art- und Geschlechtsgenossen. Darauf reagierten 70 Prozent der älteren Tiere aggressiv, die übrigen 30 Prozent blieben locker.

Die aggressiven Mäuse griffen die jüngeren nicht nur an und besiegten sie, sondern suchten auch anschließend den Ort des Zusammentreffens öfter auf - für die Forscher ein Hinweis, dass sie die siegreiche Konfrontation als lohnend empfanden. Dagegen vermieden die friedlichen Mäuse Orte, an denen sie auf den Gegner gestoßen waren.

Der Unterschied spiegelte sich auch in der Hirnchemie wider. Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Neurotransmitter GABA, der die Neuronenaktivität hemmt und durch bestimmte Nervenzellen, die Projektionsneuronen, bis in andere Hirnareale übertragen wird. So regeln die Projektionsneuronen im basalen Vorderhirn über die GABA-Versorgung die Aktivität in einem anderen Hirnbereich, der lateralen Habenula. Dieser sorgt normalerweise dafür, dass die Tiere - und auch Menschen - aggressionsauslösende Reize meiden. 

Genau das stellten die Forscher bei den friedlichen Mäusen fest: Die beobacheten GABA-Projektionsneuronen feuerten bei ihnen nur wenig, sodass die laterale Habenula normal arbeitete und die Nager dazu veranlasste, ihrem schwächeren Gegner aus dem zu Weg gehen. Der entgegengesetzten Mechanismus wirkte im Hirn ihrer aggressiven Artgenossen: Ihre Projektionsneuronen transportierten genug GABA in die laterale Habenula, um das Hirnareal lahmzulegen. Deshalb fehlte ihnen der Impuls, die Konfrontation mit dem Gegner zu vermeiden.

Und dann griffen Russo und sein Team in die optogenetische Werkzeugkiste. Durch eine augeklügelten Kombination von optischen und genetischen Eingriffen veränderten sie die GABA-Versorgung zwischen basalem Vorderhirn und lateraler Habenula. Mit durchschlagendem Ergebnis: Die Forscher konnten förmlich zuschauen, wie aggressive Mäuse friedlich wurden und umgekehrt. 

Ob und wie diese Erkenntnisse zur Entwicklung neuer Therapiemethoden gegen aggressives Verhalten beitragen werden, bleibt abzuwarten. Zukunftige Forschungen werden hier gewiss weitere Klarheit bringen.  

Auch beim diesjährigen Symposium turmdersinne wird es sowohl um die neurobiologischen Grundlagen von Motivation als auch um die den Antrieb zu gesellschaftlich schädigendem Handeln und unseren Umgang damit gehen. 

Foto: Shuttestock 
Text: Inge Hüsgen  


Symposium turmdersinne 2016 
Was treibt uns an? Motivation und Frustration aus Sicht der Hirnforschung 
30. September bis 2. Oktober 2016, Stadthalle Fürth
 Anmeldung   
#Symp2016


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Montag, 27. Juni 2016

Außer Sinnen: Lydia Benecke - Seltsam vs. psychopathisch




Den "Sadisten von Höxter" - so nennt die B.Z. den Mann, der gemeinsam mit seiner Partnerin mehrere Frauen systematisch gefoltert haben soll, zwei von ihnen bis in den Tod. Doch es gibt auch Sadisten anderer Art: Menschen, die sich einvernehmlich in ein erotisches Spiel von Dominanz und Unterwerfung einlassen. Beide lassen sich klar untescheiden, ist die forensische Psychologin Lydia Benecke überzeugt.

Was aber unterscheidet eine harmlose, wenngleich ungewöhnliche sexuelle Vorliebe von eine Störung, die sogar in Verbrechen münden kann? Lydia Benecke arbeitet als psychologische Therapeutin im Gefängnis mit verurteilten Sexual- und Gewaltstraftätern und beschäftigt sich wissenschaftlich mit solchen Fragen. Morgen, 28. Juli 2016, berichtet sie im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Außer Sinnen" von ihrer Arbeit und ihren Forschungen.

Restkarten sind an der Abendkasse erhältlich.

Dienstag, 28. Juni 2016, 19.30 Uhr
Nicolaus-Copernicus-Planetarium Nürnberg
Außer Sinnen:
Lydia Benecke: Seltsam vs. psychopathisch - ungewöhnliche sexuelle Vorlieben aus psychologischer Sicht
Eintritt. 7,- € (erm.: 5,- €)
Buchung über BZ Nürnberg, Kurs 00933
#AußerSinnen

Zum Weitelesen und -schauen: 
  • Video: Lydia Benecke bei Hoaxilla TV
  • Lydia Benecke: Auf dünnem Eis. Die Psychologie des Bösen. Lübbe, Köln 2013
  • Lydia Benecke: Sadisten: Tödliche Liebe - Geschichten aus dem wahren Leben. Lübbe, Köln 2015